Weibliche und männliche Energie im Einklang

Das Auflösen von Gegensätzen als Weg zur Einheit

Das Leben – wie es erscheint – scheint voller Gegensätze zu sein. Warum ist das uns umgebende gespickt mit lauter Zeichen, die uns mitteilen wollen, dass es nur Gegensätze gibt?

Hier ein paar Beispiele, die mir auf einem Waldspaziergang begegnet sind.

Frischgrünes lebendiges Moos auf einem Ast an dem altes, braunes, vertrocknetes Laub hängt
Fruchtig frische rote Beeren vor einem Wald in dem bereits alles Laub seinen Weg Richtung Erde – in die es wieder eingeht – gefunden hat
Direkt am Weg am Strauch vertrocknete Beeren, deren Geschenk der Fülle nicht erkannt wurde…

Ich habe mit einem Eichhörnchen, dem ich auf dem Weg begegnet bin, darüber „gesprochen“…

Während ich so auf dem Weg stand, um mit ihm in Kontakt zu treten, fuhren bestimmt 5 Fahrradfahrer an mir vorüber, die das Tier nicht registrierten und 2 Jogger nahmen auch keinerlei Notiz von ihm. So wurde mir die erste Antwort gleich eröffnet:

Sie sehen nicht! Sie schauen in eine andere Richtung, ihre Aufmerksamkeit ist nicht bei den Dingen, die ihnen Antworten geben könnten, sondern bei den Dingen, die ihre Aufmerksamkeit ablenken! Ablenken vom Wesentlichen, Ablenken von den Dingen, die bereits perfekt sind. Stattdessen beschäftigen sie sich mit Pseudo-Perfektionismus in Form von Selbst-Optimierung anstelle von Selbst-(An-)Erkenntnis, sie beschäftigen sich mit KI anstelle, dass sie anfangen selbst zu denken, sie beschäftigen sich mit Lager-Logistik anstelle die Dinge dort zu verwerten, wo sie sowieso bereits in aller Fülle vorhanden sind.

Als ich darüber nachdenke überkommt mich tiefe Traurigkeit und mir kommen die Tränen… Traurigkeit über die Ignoranz der Menschen und zugleich Tränen der Freude über die Perfektion des Ganzen, Tiefe Dankbarkeit darüber, dass ich als Teil des Ganzen daran teilhaben und in meiner Einzigartigkeit darin wirken kann.

Ruhe und Ruhelosigkeit

Einerseits in mir ruhend und mir dessen bewusst, dass alles seine Zeit hat (Der Prediger Salomo (Kohelet) (Pred 3,14)) und andererseits eine gewisse Unruhe spürend, dass man doch den Menschen die Augen öffnen müsste…

Man kann niemanden die Augen öffnen, der nicht sehen will. Der Apfel fällt erst dann vom Baum, wenn er reif ist, nicht vorher… Aber ab und zu mal ein bisschen daran rütteln ist OK, das kann man machen ohne allzu sehr in den göttlichen Plan einzugreifen. Denn das gesagte oder geschriebene kommt nur in dem Maße beim Gegenüber an, indem es auch aufgenommen werden kann. Die Schwingungen, die gehört werden können, erreichen das Gegenüber, die anderen versanden…

Bewusstsein (-skraft) und „Geschehen lassen“

Ein Grundproblem der heutigen Gesellschaft liegt darin, dass es Verwechslungen gibt beim Einsatz der Kräfte. Im Moment wird die männliche Energie (zielgerichtet, strukturierend, konzentriert) dafür eingesetzt, um Dinge im Außen zu verändern (basierend auf dem Selbst-Bild, das sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat).

Das ist Selbst-zerstörerisch!

Das Selbst-Bild stimmt in den allerseltensten Fällen mit dem wahren Wesenskern überein. So wird die Energie – die eigentlich dazu bestimmt ist das Leben im Sinne des Selbst zu leben – dazu verwendet das Selbst-Bild aufrecht zu erhalten. Doch das Leben lässt sich nicht vergackeiern und bietet Dir zahlreiche Möglichkeiten Dich an diese Teilung zu erinnern, wie z. B. die Bilder aus dem Wald. Ebenso bietet Dir das Leben auch viele Möglichkeiten Dein Leben zu überdenken, wie z. B. Krankheiten, Todesfälle, Trennungen, …

Also alles Dinge, die man gemeinhin als „unangenehm“ bezeichnet und einteilt. Aber vielleicht braucht es gar keine Ein-Teilung in gegensätzliche Kategorien. Denn alles ist dem EINEN dienlich, alles dient Dir dazu zu erkennen, dass wenn Du das lebst, was in Dir schwingt, was Dein Herz vor Freude hüpfen lässt, dass das in Harmonie ist mit dem Ganzen. Du dienst in Deiner Einzigartigkeit und Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber dem großen Ganzen in Deiner individuellen Form. So wie es kein Blatt gibt, das dem anderen exakt gleicht, gibt es auch keinen Menschen, der dem anderen exakt gleicht.

Die männliche Kraft ist dazu da, um die Aufmerksamkeit – egal was Du tust – bei Dir zu halten, in Dir zu ruhen / in Gott zu ruhen. Die weibliche Energie des „sich Öffnens“, des „geschehen Lassens“, der (chaotischen) kreativen Kraft tut ihr übriges. Es gibt absolut keinen Grund dabei „reinzupfuschen“, mit dem Selbst-Bild des kleinen Ichs an dem Gesamt-Kunstwerk herumzudoktern. Das wäre wie wenn sich ein Farbtropfen auf der Leinwand eines Malers einbildet er müsste an einer anderen Stelle sein, damit das Bild „gut“ aussieht. Da fehlt der Überblick!

Das Leben leben

So lebe das Leben, wie es Dir präsentiert wird. Es hat seinen Grund, dass es so ist, wie es ist. Jetzt gerade. Jegliches Wehren und in den Widerstand gehen, gegen Deine wahren Gefühle im jetzigen Moment, führt nur zu Verdrängungen, die sich dann als Glaubenssätze oder Traumata manifestieren. Blockaden, die den Fluss der Lebensenergie behindern. Die Dir dann nach und nach einen Grauschleier aufs Gesicht zaubern und Deine Mundwinkel nach unten ziehen. Ich sehe diese Menschen tausendfach wie sie in den Fußgängerzonen umherlaufen, man kann ihnen den (spirituellen) Hunger ansehen. Es ist ihnen leider meist gar nicht bewusst, was sie suchen…

Gottseidank wird mittlerweile immer mehr Menschen bewusst, dass sich dieser Hunger eben nicht durch immer mehr und mehr stillen lässt. Das mehr und mehr hinterlässt ein immer schaleres Gefühl, das immer irgendwie auf irgendetwas sauer sein schlägt sich im Körper als Übersäuerung nieder. Die Last, die man glaubt alleine tragen zu müssen, wird immer schwerer, der Rücken krümmt sich. Das kreisen des Gedanken-Karussells wird immer schneller und wird als Schwindel oder Ohrensausen erfahrbar…

Selbst-Erkenntnis als Weg zur Einheit

Durch das Erkennen dessen, was im inneren Wesenskern schwingt, erfährt das Individuum die Quelle all dessen was ist:

LIEBE. Unendliche Liebe, Geborgenheit, Aufgehoben-Sein und grenzenloses Vertrauen.

Wenn diese einmal erkannt wurde, gibt es eigentlich keinen Grund mehr nicht zu vertrauen…

Doch dann kommen all die – ins Unterbewusstsein verdrängen – alten Muster, Programmierungen und Glaubenssätze wieder hoch und möchten beachtet werden, möchten gesehen werden (bisher wurden sie ja nur in den Keller gesperrt). Also weiter Blockaden auflösen… Immer wieder gucken, ob es etwas Körperliches oder Geistiges ist, was die Seele am Entfalten hindert. Hier ist wieder die männliche Energie gefragt… Unterscheidung üben und dann mit weiblicher Energie und Kreativität spielerisch erkunden, was auszuprobieren wäre, erfühlen was und wo es zwickt und männliches fokussieren auf den erforschten Punkt usw.

Aber man muss sich jetzt nicht hinsetzen und gewaltsam überlegen, wo ich jetzt noch irgendwelche Blockaden habe, die aufzulösen wären… Das kann man wiederum getrost der weiblichen Energie überlassen, die das dann hochbringt, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Das regelt das Körper-Geist Wesen ganz von alleine, ohne Dein aktives Zutun. Immer anders, immer neu, nie langweilig, immer eine Überraschung, aber genau das ist das – Leben.

Jeder Moment möchte in seiner authentischen ehrlichen Weise erfühlt werden. Wenn es gerade Freude ist, ist es Freude, wenn es Trauer ist, ist es Trauer, wenn es Wut ist, ist es Wut, wenn es Liebe ist, ist es Liebe… alles Formen ein und derselben Energie und der eine Pol kann nicht ohne den anderen sein. Ich kann nicht die Vergebung fühlen, wenn ich nicht vorher die Wut gefühlt habe…

Ich kann nichts überspringen und ich kann nicht nur eine Seite der Medaille mir ansehen, mir die Rosinen rauspicken, nur im Wohlfühl-Bereich ausharren, sonst bleibe ich stehen (was ich natürlich tun kann, nur wundern, dass dann nichts passiert sollte man sich dann nicht 😉). Das ist der Preis der Dualität, der gefühlten Trennung, ohne geht es nicht!

Alles und immer zu jedem Zeitpunkt hinterfragen – vor allem Dinge, die Dir gesagt wurden von Autoritäten! Die Bereitschaft jeden Moment alles bisher erlangte Wissen über Bord zu werfen und sich neu auszurichten. Prüfe ALLES gegen Deinen inneren Kompass!

Wenn Du wissenschaftsgläubig bist, pfeife auf den Prof. Dr. Dr. Soundso, wenn Du spirituell bist, pfeife auf den Swami in der x-ten Generation, wenn es nicht mit Deinem inneren Empfinden in Resonanz geht. Die Begegnungen, die Dich inspirieren, die Dich berühren sind echt. Alles andere ist blabla.

Es ist völlig egal wer oder was einen Stein aus Deinem aufgemauerten Selbst-Bild herausbricht. Heute ist es der Mufti-Guru der schon 1000 Videos veröffentlicht hat, morgen ist es der Obdachlose, mit dem Du über Gott und die Welt sprichst, übermorgen ist es eine Entdeckung auf einem Spaziergang im Wald. Es macht keinen Unterschied, welche Erscheinungsform den Impuls setzt. Es geht um die Bereitschaft ES zuzulassen.

Alles ist Bewegung, weil es das Leben ist. Wenn Du ein Seil versuchst festzuhalten das in Bewegung ist, wirst Du Dir blutige Finger holen. Wenn Du Dich nicht auch bewegst, zieht das Leben an Dir vorbei. Nur durch das Mit-Bewegen, Mit-Schwimmen im Lebens-Fluss werden die Unreinheiten im Denkapparat abgeschliffen und es bietet sich keine Gelegenheit mehr für den Geist seine immer gleichen Runden zu drehen, die einen früher oder später in den Wahnsinn oder die Bewegungslosigkeit treiben.

Wiederkehrende Muster – die drei Gunas

Obgleich jedes Individuum seine eigene Geschichte und seine eigenen Themen hat, ist dennoch in jeder Bewusstseins-Erweiterungs-Runde das gleiche Spiel der drei Gunas am Werke: Tamas (Trägheit), Rajas (Aktivität, Bewegung), Sattwa (Reinheit)

So gilt es die Trägheit zu überwinden, die Trägheit sich von Dingen der Welt ablenken zu lassen. Die immer neue Ausrichtung auf das Wesentliche, immerwährende und gleichbleibende führt zu Bewegung und Aktivität. So wird das Sehen klar, weil es nicht mehr getrübt ist.

Ein Beispiel:

Mir ist bewusst geworden, dass bewegungsloses Herumsitzen meinem Körper schadet (der menschliche Körper ist konzipiert, um jeden Tag 40 km zu laufen) -> Erkenntnis aus Selbst-Erforschung.

Es gibt unzählige Gründe warum es jetzt gerade nicht geht im Wald der neben dem Haus beginnt spazieren zu gehen (Ablenkung / Tamas), wie z.B. „ich muss mir erst noch Laufschuhe kaufen“, „ich muss erst noch meine Abrechnung machen“, „draußen ist es so unglaublich nasskalt“, …

Wenn ich jetzt in die Aktivierung (Rajas) komme, verschwindet Tamas und es können automatisch weitere Aktivierungen stattfinden, weil z.B. erfahren wird, dass durch den Waldspaziergang plötzlich neue Energie und Kreativität wie aus dem Nichts „entsteht“ (Bewegung). Durch die erkannte Erfahrung integriert man diese Aktivität in den Lebensalltag und sowohl Körper als auch Geist reinigen sich und Blockaden werden abgebaut (Sattva).

Dann kommt das Leben und „stört“ die Harmonie durch einen Schicksalsschlag in Form von einem gebrochenen Bein. So ist die lieb gewonnen Routine in nächster Zeit nicht möglich. Großer Frust macht sich breit (Widerstand) und es wird versucht die als positiv erfahrene Routine beizubehalten und geht mit zwei Krücken im feuchten Laubwald spazieren… Es kommt wie es kommen muss, wenn die Zeichen der angekündigten Ruhepause und des Loslassens der lieb gewonnenen Gewohnheiten ignoriert werden… Man stürzt und bricht sich auch noch das zweite Bein.

Anhand solcher Situationen kann man lernen, lernen die Zeichen zu lesen, fein hinzuhören und dem, was das Leben Dir zeigen möchte Raum zu geben. Das Leben ist nicht gegen Dich, es liefert Dir permanent Gelegenheiten zu wachsen, Dich zu Deiner wahren Größe zu erheben. Es will, dass Du sie erkennst, von Dir heraus. Es hat kein Interesse daran Dir dies wiederholt und mit immer größer werdender Vehemenz zu zeigen, … es hat aber auch kein Problem damit.

Ein perfekter Tanz zwischen männlicher und weiblicher Energie, im absoluten Einklang. Ein Mit-Einander, das sich aus der Ergänzung nährt und nicht aus der Teilung. Jegliche Art der Teilung führt zu Leid, ein Wechselspiel im Tanz der beiden Pole führt zur Einheit und… ohne Bewegung gibt es kein Leben.

Die männliche Energie schafft den Raum in dem sich die weibliche Energie frei und schöpferisch entfalten kann

Wenn die männliche Energie zum Gestalten genutzt wird (was sich in der aktuellen Gesellschaftsform zeigt), wird das Ergebnis sehr eindimensional. Die Gestaltungsräume werden eng und es scheint keine anderen Möglichkeiten zu geben, der Druck für Veränderung wird groß, das Potential steigt, eine explosive Mischung…

Hilflosigkeit und das Gefühl des „in die Ecke gedrängt seins“ aus Mangel an Möglichkeiten, weil keine der bisher gebotenen Abzweigungen wahrgenommen wurde.

Die Folge: Kapitulation und Shutdown des Systems… (Depression, Burn-Out, Selbst-Mord,… oder auf Gesellschaftsebene: Revolution, Krieg,…)

Was als Ausweg aus so einer eingefahrenen Situation jederzeit möglich ist, ist die Übergabe sämtlicher Verantwortung für das Handeln an Gott, jede Handlung Gott darzubringen, jedes erlebte Gefühl Gott darzubringen (Bhakti Yoga). Ich bin diesen Weg gegangen, ich konnte die Entscheidungen nicht mehr alleine treffen.

Arjuna hat ebendiese Möglichkeit am Ende der Bhagavad Gita gewählt.

Diese Möglichkeit steht jedem mit offenem Herzen offen, man muss diese scheinbare Last des Lebens nicht alleine tragen. Gottes Hilfe steht jedem offen, der sie einfordert. Das ist das einzige was zu tun ist.

 

 

künstliche Intelligenz (AI) / menschliche Intelligenz

Ein Artikel bei der Zeit über künstliche Intelligenz hat meine Aufmerksamkeit erreicht und veranlasst diesen Beitrag zu schreiben…

Speziell diese Sätze haben mich erreicht:

Uns Menschen ist klar, dass wir keinen Todesfall verhindern können, indem wir weniger Filme mit Nicolas Cage produzieren. Aber die Künstliche Intelligenz kommt nicht auf diese Idee. Sie sieht die Korrelation, ohne sie kritisch zu hinterfragen.

Ist menschliche Intelligenz künstlicher Intelligenz überlegen?

Das schwingt so eine „menschlicher Geist Überlegenheit“ mit, die ich so nicht teilen möchte. Der menschliche Geist ist exakt so intelligent, wie er programmiert wurde… So unterscheidet sich dieses Konstrukt nicht von der künstlichen Intelligenz, nur dadurch wird es deutlich, dass diese Programmierung auch im menschlichen Geist so stattfindet.

Der Mensch lernt durch Erfahrungen (Datengrundlage) und aufgrund des erlernten Wissens durch Erfahrungen (aus der Vergangenheit) und er trifft  Entscheidungen, die seine Zukunft beeinflussen aufgrund der alten bekannten Erfahrungen. Das macht er dann ohne sie zu hinterfragen bis er entweder eine neue unbekannte Erfahrung macht, die dem Erfahrenen entgegen steht, oder bis er einen Impuls bekommt die Entscheidungsgrundlage bzw. das ganze Vorgehen neu zu Überdenken. Sprich: die immer gleichen Muster und die erlernten Verhaltensweisen kommen wieder und wieder zum Einsatz. Ob das in der einen oder der anderen Form tatsächlich so intelligent ist, kann man anzweifeln, es ist erlaubt ;).

Wie in dem Artikel beschrieben, wird also permanent die Datengrundlage verbessert und nachjustiert, einerseits durch neue Daten (neue Erfahrungen) und andererseits an den Algorithmen (den Interpretationen).

Zurzeit sind alle auf der Suche nach dem Heiligen Gral, alle wollen wissen,…

Ja, das stimmt, alle wollen wissen…

Der Weg zum Wissen

Um echtes, unbegrenztes Wissen zu erlangen hilft es nicht weiterhin an den begrenzten Parametern herumzuschrauben und diese in die eine oder andere Richtung zu verschieben… Eine ewige Kurskorrektur gespeist aus der Vergangenheit…

Man lernt zwar dadurch festzustellen, dass man nicht allem hilflos ausgeliefert ist, man übernimmt Selbst-Verantwortung und verteidigt die Grenzen des Selbst…

Das ist bis zu einem bestimmten Punkt sicherlich sehr hilfreich, aber letztendlich führt kein Weg am grenzenlosen Vertrauen ins Leben vorbei und der Gewissheit, dass die Ausrichtung auf das Eine das einzige ist, was Bestand hat. Der Rest ergibt sich von selbst und aus dem Selbst heraus…

Im Falle der Personal-Suche entscheidet die Intuition des Angestellten-Suchenden und des Arbeitgeber-Suchenden darüber, ob sich die beiden bei ihrer Begegnung gut hören und sehen können und darüber, ob aus zwei Suchenden EIN Finden wird, also letztendlich ob die beiden in Harmonie schwingen…

…unabhängig davon was alles in welcher Form im Vorfeld von welcher Person oder welcher Software aufgrund welcher Kriterien aussortiert wurde…

…der Moment einer echten Begegnung auf Herzensebene entscheidet darüber, ob es einen Teil des gemeinsamen Weges gibt oder nicht.

Mein Vorschlag – Reduktion auf das Wesentliche

Den Menschen in seiner ureigensten Individualität sehen und hören…
Ob es von beiden Seiten passt, sich stimmig anfühlt, harmonisch…
Alles andere ergibt sich.

Die Unmittelbarkeit des Augenblicks als einziges Kriterium zulassen und alle anderen (gelernten) Kriterien fallen lassen.

 

Wer den Artikel der Zeit komplett lesen möchte, hier ist er zu finden und aus selbigen stammen die Zitate:
https://www.zeit.de/arbeit/2018-10/bewerbungsroboter-kuenstliche-intelligenz-amazon-frauen-diskriminierung

 

Was ist Professionalität?

Nachdem ich in letzter Zeit des Öfteren zu hören bekomme „das sei nicht professionell“ oder „das ist unprofessionell“ habe ich mir das Wort einmal etwas genauer angesehen.

Also was ist Professionalität? Professionalität setzt immer voraus, dass es für irgendetwas einen Profi und einen Laien gibt. Der Profi weiß wie es läuft bzw. wie es zu laufen hat und der Laie leider noch nicht, … Naja, der muss halt noch lernen, kommt er/sie schon noch drauf, wenn er/sie genug (vom Profi) gelernt hat…

Hmm, nahezu alle spirituellen Systeme münden zu irgendeinem Zeitpunkt im Jetzt 😉. Alles was tatsächlich passiert, ist im Jetzt. Sämtliche Vergangenheit und Zukunft sind Konstrukte des Verstandes, die Gedanken binden, neue Gedanken erzeugen und Dich ablenken von dem was aktuell ist.

Hier ein Beispiel:

Sagen wir mal der Jnanadev macht einen Vorschlag und ich finde den Vorschlag richtig Sch…e. Dann ist da zuerst einmal die Wut, Wut darüber, wie man nur einen so besch…enen Vorschlag machen kann. Jetzt hat man verschiedene Möglichkeiten wie man damit umgehen kann:

  1. Feststellung Jnanadev ist einfach ein A…loch, ich wusste es schon immer (Bestätigung eines vorhandenen Bildes einer Person, Bestätigung des Schubladendenkens)
  2. Man kann sich die Frage stellen: „Was veranlasst Jnanadev so einen Vorschlag zu machen?“ (Versuch des Verstehens des anderen)
    1. Was treibt ihn an?
    2. Kann ich sein Herz spüren? Ist sein Vorschlag authentisch?
    3. Hat sein Vorschlag etwas mit mir zu tun?
  3. Sich selbst die Frage stellen: „Was ist das, was mich so wütend macht an diesem Vorschlag?“ (Versuch sich selbst zu verstehen)
    1. Fühle ich mich übergangen?
    2. Fühle ich mich nichts gesehen / angenommen?
    3. Fühle ich meine Kompetenz in Frage gestellt?

Jede Wut gibt Dir Gelegenheit genauer hinzusehen und ganz häufig stellt man dabei fest, dass die Wut aus einem Mangel-Bedürfnis herauskommt. Der andere hat mich in meiner Einzigartigkeit nicht gesehen. Er übergeht mich. Jetzt bin ich wütend auf ihn, schließlich ist er ja dafür verantwortlich.

Ich gebe jemanden anderen die Macht über mich… Er ist schuld, soll er mal sehen, wie er damit klarkommt (der Ar…).

 

Bin ich es wert geliebt zu werden?

Angenommen Dein Herz würde überströmen vor Liebe für diese Welt und ihre Einzigartigkeit, für jeden einzelnen… Würde dann der Gedankenapparat anspringen? Würden die gleichen Gedanken entstehen, wenn ich frisch verliebt diesen Vorschlag zu hören bekomme?

Wohl kaum…

So, aber warum strömt denn mein Herz nicht vor Liebe über (denn das ist eigentlich er Normalzustand)? Weil ich es nicht zulasse, ich lasse nicht zu, dass ich selbst liebenswert bin. Ich denke (Gedanken), dass ich nur dann liebenswert bin, wenn mir das jemand von außen sagt. Wenn jemand zu Dir sagt: „Du bist liebenswert“. So verbringen viele Menschen mit der Suche nach anderen Menschen, die ihnen sagen, dass sie liebenswert sind, damit sie die Bestätigung dafür bekommen, dass es so ist.

Du bist l(i)ebenswert, ansonsten wärst Du nicht hier!!!

Wenn Gott befunden hätte, dass Du nicht richtig, wichtig und l(i)ebenswert bist, würdest Du nicht existieren. So einfach ist das!

Lass diese Suche nach Liebe sein, sonst ver-lebst Du Dein Leben. Dein Leben kommt aus der Liebe und geht dorthin zurück. Und zwischendrin „suchst“ Du danach? Du suchst danach, was Du bist. Lass das, was Du bist sein und Du hast ES gefunden…

 

Profi oder Laie im Jetzt?

In jedem Moment ist jeder ein Laie, weil jeder Moment neu ist. So gibt es weder den Laien, noch den Profi oder beides, wie Du es sehen magst. Das Heranziehen von Profis (Gurus, Schriften, Moral, Gesetzen, …) verlagert die Verantwortung fürs eigene Leben auf jemand/etwas anderes. Das ist natürlich vordergründig bequem, aber es macht das Leben langfristig unbequem…

Letztendlich stehst Du immer wieder vor Dir selbst und der Grad der Selbst-Zufriedenheit, des in sich Ruhens bestimmt Dein Umfeld. Solange Du den Blick nicht mutig nach innen richtest, um herauszufinden wer oder was oder wie Du ist (körperlich und geistig), kannst Du im Außen viel suchen und wirst nicht das finden wonach Du Dich sehnst.

Die bedingungslose Annahme und Liebe des kompletten Kosmos…

 

Ich liebe meine Unprofessionalität, denn die ist das Leben und ich l(i)ebe das Leben.

 

Viele Freude beim L(i)eben

Jnanadev

 

Wer bin ich?

Wer bin ich? Eine der zentralen Fragen der Spiritualität und ich hab die Antwort 😉

Hier eine mögliche Kurzfassung: mehr als Du denkst UND (gleichzeitig) weniger als Du denkst.

Im Yoga gibt es das Konzept von Atman (die individuelle Seele) und Brahman (die kosmische Seele, das Absolute). Wenn Atman erkannt hat, dass es nichts Individuelles gibt, nichts was es zu verteidigen gibt, weil es gar nicht existent ist, geht es in Brahman auf, wird absorbiert, ist eines aus dem Ganzen und das Ganze selbst.

Hmm, blabla, oder? Ja, es ist blabla!

Solange es nicht erfahren ist, ist es blabla und anschließend ist es wieder blabla. Es ist Gedankenfutter für den Ver-stand, der ver-sucht zu ver-stehen (meine Ver-mutung: die Vorsilbe „ver“ zeigt an, dass etwas ver-ändert wurde, es ist nicht mehr das was ES IST).

Der Ver-stand möchte stehen bleiben, nicht weiter gehen, nicht weiter ins Unbekannte, ins Unsichere und begibt sich auf eine Suche, um zu ver-stehen (Suche = Bewegung, Stille = Stehen bleiben) und genau das ist schon da, es ist alles schon da: das Leben = Bewegung, die Stille = Meditation. Und egal „wo“ Du Dich befindest (Leben oder Meditation), umso weniger Du anfasst, veränderst, umso mehr Du geschehen lässt, desto näher kommst Du diesem inneren Kern, der identisch erscheint… Du bist nur ein Ausdruck, ein Aspekt des Ganzen…

So wird das Leben zur Meditation und die Meditation zum Leben, das „Du“ erfährt keine Trennung mehr zwischen den wahrgenommenen Polen, die Pole erscheinen als ein zentraler Punkt UND als Weite, als Bewegung UND als Stille.

Polarität und Erfahrungen

Das Leben geschieht nur zwischen diesen beiden Polen (Du kannst hier auch beliebige andere Gegensatzpaare einsetzen), dem Drang des Lebens gelebt zu werden bzw. der Energie sich auszugleichen, zu Ver-schmelzen, sich zu Ver-einigen. Das getrennt Wahrgenommene zusammen kommen zu lassen. Gott kann sich nur durch einen Körper erfahren, das zentrale ist nicht die Erfahrung, sondern das Erfahrene, das was hinter der Erfahrung steht.

…und das ist völlig unabhängig von der Art der Methode oder der Art der Erfahrung. Die Erfahrung ist an den Körper gebunden, das Erfahrene nicht, es bleibt bestehen, es geht auf im Absoluten und steht zur Verfügung und kann abgerufen werden, wann und wo immer es benötigt wird.

Damit die Erfahrungen gemacht werden können, die sich durch Dich entfalten wollen ist eine Bereitschaft dafür hilfreich – das, was unter Hingabe (Bhakti) zu verstehen ist. „Ich stelle mich zu Verfügung, um meine Aufgabe (mein Dharma) zu erfüllen“, ohne diese Bereitschaft findet das Leben auch Mittel und Wege Dir den Weg zu weisen, was meist zu Leid führt…

Umso weniger sich das, was Du als Du siehst, sich einmischt, desto freier wirst Du. (Jetzt wird’s kompliziert oder?) Eigentlich bist Du nur eine leere Hülle mit einem Auftrag, einer Rolle, die Dir das Spiel des Lebens zugeteilt hat. Wie in dem Bild oben, alles nur heiße Luft (das Ego – das Schein-Selbst), das die Hülle aufplustert und groß erscheinen lässt. Aber eigentlich fließt es nur durch Dich durch, Du machst eigentlich gar nichts, sondern lässt gewähren (wahr werden).

Woran erkenne ich denn jetzt, ob ich in der mir vorgegebenen Rolle bin, ob ich in Harmonie mit dem Ganzen bin?

Lebensfreude als Hinweis

Freust Du Dich des Lebens und startest den Tag mit einem Lächeln auf den Lippen und erwartest alle Herausforderungen – egal ob sie „positiv“ oder „negativ“ sind, damit Du Erfahrungen sammeln kannst?

Wirst Du bei den Dingen, die Du während des Tages tust schnell müde? Oder wirst Du absorbiert von Deiner Tätigkeit, wie als Kind, wenn Du gespielt hast und komplett die Zeit vergessen hast? Du hast nicht gespielt, Du warst das Spiel…

Oft lebst Du ein Leben im Schein-Selbst. Das Schein-Selbst ist gefüttert von Erlebnissen und Glaubenssätzen, die Du im Laufe Deines Lebens – teilweise auch über Deine Eltern und deren Eltern, oder noch weiter zurück mit aufgesogen hast. Du hast gelernt, Dein „Leben“ – das dann oft ein stumpfes Da-Sein ist, denn ein erfülltes Sein ist – darauf auszurichten in den durch die Umwelt Dir „vorgegeben“ Rahmen zu pressen, damit Du nicht aus dem Rahmen fällst – Du möchtest ja schließlich dazu gehören, weil Du gelernt hast, dass das das wichtigste überhaupt ist, irgendwo dabei sein, Gefährten finden, gemeinsam sein (woher kommt jetzt dieses Wort? „GE Ma a Stück zusammen, damit ma nimmer EINSAM sind“ oder eher von „GEMEIN sein ist der SAMen aus dem Neues erwachsen kann“)

Was passiert denn, wenn Du aus dem Rahmen fällst und plötzlich ohne Begrenzungen, ganz frei Dein Leben leben kannst…?

Probiere es doch einfach mal aus…und schau was passiert…

Im Leben des Schein-Selbst reihen sich die immergleichen Muster aneinander, wie Perlen an einer Kette. Alles OK, alles ordentlich, alles absehbar, aber kann es gegen die Vielfalt der Kiesel in einem Gebirgsbach konkurrieren?

Finde Dich und Du wirst gefunden

Spirituelle Glaubensrichtungen bieten Dir genug Möglichkeiten Dich glauben zu lassen, dass Du speziell in diesem Konzept / Muster gut aufgehoben bist und Dir nichts passieren kann, sofern Du Dich an die Regeln hältst. Nach 15 Jahren fleißiger Meditation streng nach Schriften und Meistern ausgerichtet, wunderst Du Dich dann, warum Du immer noch an der (Perlen-)Kette hängst…

Ich möchte hier – um Gottes Willen – nicht gegen Schriften und Meister hetzten, ganz und gar nicht. Aber ALLE Schriften und Meister sind Weg-Weiser und NICHT die Wahrheit. Sie zeigen auf die Wahrheit. Überprüfe ALLES was Du hörst oder liest in der Stille. Es ist durch mindestens zwei Gehirne gelaufen und entsprechend verfärbt worden und kann nicht mehr die Wahrheit sein!

Nur Du allein kannst die (Deine) Wahrheit finden (bzw. sie kann Dich finden), deshalb bist Du hier!

… und jaa, das ist manchmal kein Spaß, aber so war es auch nie vorgesehen 😊 nur die Erwartung, dass es nur Spaß ist, lässt es zum Drama werden…

Das Leben ist nicht nur Leid und es ist nicht nur Spaß, es ist halt das Leben, und das Leben ist wie es ist, und wenn Du es lässt, wird es sich zu seiner wahren Pracht entfalten, ohne dass Du etwas tun musst, cool, oder?

 

 

Ein Ver-Rückter im Wald

Ich war gerade im Wald spazieren, es hat frisch geschneit und ein paar zarte Flöckchen finden noch ihren Weg zur Erde. Der Schnee knirscht bei jedem Schritt unter den Füßen Krrk, Krrk, Krrk. Stille, die durch die Präsenz der Bäume noch verstärkt wird und das monotone Krrk, Krrk, Krrk das mich begleitet. Es ist wie in einem Traum den Gott höchstpersönlich sich ausgedacht hat, um mich (oder sich?) zu erfreuen. Krrk, Krrk, Krrk.

Ich schließe die Augen und laufe weiter, ich kann die schmelzenden Schneeflocken in meinem Gesicht spüren und wie der Körper selbstständig Ausgleichbewegungen nach rechts und links macht, um auf dem Weg zu bleiben, ganz subtil, kaum merklich. Krrk, krrk, krrk. Die Zeit scheint still zu stehen, ich öffne die Augen wieder und ich bin weiterhin auf dem Weg, keine Abweichungen, der Weg wurde von selbst gefunden. Krrk, Krrk, Krrk. Ich bin fasziniert. Ich starte einen neuen Versuch, Augen zu und weiter laufen, krrk, krrk, krrk. Ich nehme die leichten Schwankungen war und genieße das getragen werden. Krrk, krrk, krrk. Augen öffnen sich und es läuft. Ich bin motiviert und voller Ehrgeiz: Das geht noch weiter. Augen schließen und weiterlaufen. Krrk, krrk, krrk. Der Boden unter meinen Füßen verändert sich, Augen öffnen sich, ich bin ab vom Weg. Krrk, Krrk, Krrk. Hmm.

Gleich zehn Schritte nach dem Augenöffnen kommt ein kleiner Bach, der überquert wird, ich stelle mir meine Landung im eiskalten Bach vor, wenn ich die Augen elf Schritte später geöffnet hätte und muss lachen. Krrk, Krrk, Krrk.

Scheinbar ist für diese Art der Bewegung Ehrgeiz und Wollen nicht förderlich. Krrk, krrk, krrk. Das Geräusch plätschernden Wassers fesselt meine Aufmerksamkeit. Ich bleibe stehen und schließe die Augen. Die Zeit steht still, das Geräusch erfüllt mich ganz und gar. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Geräusch und mir? Krrk, krrk, krrk Schritte nähern sich von rechts. Ich kann die Augen nicht öffnen und bleibe wie angewurzelt stehen und lausche. Die Stille wird von den Gedanken der herannahenden Person übertönt, ich schenke ihr ein wohlwollendes Lächeln, das sie vermutlich weder hören noch sehen kann. Krrk, krrk, krrk verliert sich und wird durch das Brüllen der Seelöwen (der Wald ist in der Nähe des Tiergartens) ersetzt, die sich auf ihr Essen freuen. So fühlt sich Unendlichkeit an. Das Öffnen der Augen kann ein mildes Dauerlächeln nicht mehr verhindern. Krrk, krrk, krrk, der Körper setzt sich wieder in Bewegung.

Der Verstand möchte das alles festhalten und greift zum Handy, um den Moment in Nullen und Einsen zu bannen. Wie sinnlos dieses Unterfangen ist, einen Moment der Unendlichkeit festhalten zu wollen, ist mir in dem Moment nicht bewusst.

Krrk, krrk, krrk es erscheinen noch einige dieser Bilder, die man gerne festhalten würde und die dennoch weiterziehen, wie das Wasser, das im Flussbett seinen Lauf geht. Das Wunder des Lebens offenbart sich in jedem Moment, wenn man es zulässt und es SEIN lässt.

Märchen: Der Butt

Das Märchen von den Gebrüdern Grimm an dieser Stelle kurz zusammengefasst:

  • Ein armer Fischer fängt beim Angeln einen Butt. Dieser spricht mit ihm und behauptet ein verwunschener Prinz zu sein und bittet darum frei gelassen zu werden, was der Fischer dann auch tut, weil er von einem sprechenden Fisch ganz fasziniert ist.
  • Als er nach Hause kommt zu seiner Frau, mit der er eine kleine Hütte bewohnt, fragt sie nach seinem Fang und er erzählt ihr die Geschichte.
  • Sie findet, dass er die Gelegenheit nutzen sollte, um sich etwas zu wünschen von dem verzauberten Prinzen, z.B. ein kleines Häuschen
  • Widerwillig – weil er eigentlich ganz zufrieden ist mit seinem Leben – beugt sich der Fischer der Entscheidung seiner Frau und kehrt zurück zum Strand und ruft den Butt zu sich: „Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich gern will.“
  • Der Fisch kommt zurück an den Strand und fragt den Fischer: „Nun, was will sie denn?“
  • „Sie will ein Haus zum Wohnen“ worauf der Butt erwiderte: „Geh heim, sie hat es bereits.“
  • So ging das dann ein paar Mal, wobei die Wünsche immer größer und fantastischer wurden, der Fischer immer verzweifelter, weil seine Frau nach wie vor nach kurzer Zeit wieder unzufrieden war. Bis sie sich zuletzt wünschte Gott zu sein.
  • Nachdem der Fischer seine Zweifel über diesen Wunsch zum Ausdruck gebracht hatte, seine Frau aber weiterhin vehement auf ihrem Wunsch beharrte, fügte er sich und ging wieder zum Butt.
  • Das Meer welches bei jedem Wunsch immer dunkler geworden war, war jetzt bereits pechschwarz und wild.
  • Der Fischer rief wie bisher den Butt und formulierte den Wunsch seiner Frau, woraufhin der Fisch wie immer zu sagen pflegte: „Geh heim, sie ist es bereits.“
  • Zu Hause angekommen fand er seine Frau wieder in der Hütte vor, in der sie von Beginn an wohnten und es bis zum heutigen Tag tun.

Wer die ausführliche Version – die zugegebenermaßen spannender zu lesen ist – lesen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu: http://www.maerchenlexikon.de/Grimm/khm-texte/khm019.htm

Was möchte diese Geschichte lehren?

Die naiven Interpretationen der „Frau / Mann“-Beziehung lasse ich jetzt mal bewusst außen vor und biete stattdessen eine andere naive Variante an:

Zum einen beschreibt es schön, wie die Befriedigung von materiellen Wünschen keinen dauerhaften Frieden finden lässt. Die kurzen Momente des Glücks über das Neue, Bessere, Fantastischere überdauern kaum mehr als das Ausformulieren des Wunsches. Nachdem der verbleibende schale Geschmack durchdringt und die Freude langsam versiegt, braucht es die nächste Ablenkung, die dich diesen Geschmack wieder vergessen lässt. So reiht sich ein Ereignis an das nächste. Ein Fahrrad wird von einem Mofa abgelöst, ein Mofa durch ein Motorrad, das Motorrad durch ein kleines Auto, ein kleines Auto durch einen SUV und irgendwann gibt es dann nichts mehr was man sich wünschen kann, zumindest auf der materiellen Ebene. So kommen spirituelle Wünsche dazu, die sich dann weiter nach oben schrauben. Ein Bliss jagt den nächsten und man will wieder mehr… bis es auch hier nichts mehr gibt, was man sich wünschen kann und man letztendlich wieder auf sich zurückgeworfen wird – und das ist nicht als Strafe zu verstehen, sondern eher als Gelegenheit das ur-eigene Selbst in aller Tiefe zu erforschen.

Selbsterforschung

Die Erforschung des eigenen Selbst ist unabhängig von den äußern Gegebenheiten, wobei dir diese teilweise wertvollen Hinweise liefern können, wie Wegweiser. Als solche können sie auch verstanden werden, dafür sind sie da. Die äußeren Dinge sind nicht dafür da, um sich mit ihnen zu identifizieren, ein Selbst-Bild daraus zu konstruieren.

Alles im Außen dient dem Erkennen des Inneren und aus dem Inneren formt sich das Außen. So bewegt sich das Leben in einem steten Fluss. Ein immerwährender Tanz des Annäherns und Entfernens des eigentlichen Kerns, ein durchlässig Werden für den göttlichen Geist der alles durchdringt.

 

An dieser Stelle Danke an die Spenderin des Bildes <3

Märchen: Der süße Brei

Das Märchen kurz zusammengefasst:

  • Ein armes Mädchen findet einen magischen Topf, der selbständig süßen Brei kochen kann.
  • Man muss nur sagen „Töpfchen koch!“ und schon kocht das Töpfchen – ohne weiteres Zutun – aus sich heraus leckeren süßen Brei, solange bis man sagt „Töpfchen steh!“. Dann hört es auf zu kochen
  • Das war sehr praktisch für sie und ihre Mutter, da sie von da an keinen Hunger mehr leiden mussten. Dafür waren die beiden sehr dankbar.
  • So kam es eines Tages, dass das Mädchen unterwegs war, die Mutter Hunger hatte und begann – so wie sie es bei ihrer Tochter gesehen hatte – Brei zu kochen. Dummerweise fiel der Mutter – trotz intensiven Nachdenkens – nicht mehr ein, was zu sagen ist, damit das Töpfchen wieder aufhört zu kochen…
  • Das führte dazu, das bald die Küche, das Haus, das Dorf, … mit süßem Brei überschwemmt wurde

Was möchte diese Geschichte lehren?

Starten wir einen Versuch: das Leben ist toll, wenn man ausreichend hat. Leben im Mangel ist unangenehm, Leben im Überfluss wird zum Problem, unabhängig von der Ursache – in diesem Fall eine kleine Unachtsamkeit, ein winziges Vergessen von zwei Worten und schon wird aus dem Beseitiger des Mangels plötzlich etwas das Leid und Verderben bringt. So ist etwas nie nur gut oder nur schlecht. Alles hat das Potenzial sich zum einen oder anderen zu entwickeln. Alles ist möglich, kann entstehen, kann vergehen aus ein und derselben Situation oder ein und demselben Ding.

Welche Dinge entwickeln sich?

Dazu gibt es die Geschichte vom alten Indianer-Häuptling der mit seinem Enkel am Lagerfeuer sitzt und ihm die Geschichte vom schwarzen und weißem Wolf erzählt, die jedem Menschen innewohnen. Der schwarze Wolf steht für die schlechten Seiten wie Zorn, Wut, Hass, Angst, Gier Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Lüge, …. Der weiße Wolf steht für die guten Seiten wie Hoffnung, Liebe, Güte, Mitgefühl Großzügigkeit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden. Diese beiden Pole kämpfen das ganze Leben miteinander um die Vorherrschaft.

Nach einer Weile fragt der Junge, welcher Wolf denn gewinnen würde. Der Alte antwortet: „Der, den Du fütterst!“, wobei er zu bedenken gab, dass es keinen Sinn macht nur den einen Wolf zu füttern und den anderen zu ignorieren, denn dann würde der nicht beachtete Wolf immer ärgerlicher werden und mehr Aufmerksamkeit einfordern.

Die Dinge denen Du Aufmerksamkeit schenkst, entwickeln sich. Dinge denen Du keine Aufmerksamkeit gibst verkümmern. Wenn Du allerdings den Dingen, die Aufmerksamkeit einfordern niemals Energie gibst, kommen sie – meist ungleich stärker – zu anderer Zeit wieder hoch.

Welche brauchen Energie, um sich aufzulösen?

Das weiß man meist hinterher, oder es entwickelt sich im Lauf der Zeit eine Ahnung / Intuition, welche Dinge, solche sind, die bereits in ähnlicher Form bereits da waren. Das sind die, die Aufmerksamkeit benötigen, um sich aufzulösen.

Viele Spaß beim Entdecken und Auflösen wünscht

Jnanadev

Wozu dient die Angst?

Wozu dient Angst? Ist es gut Angst zu haben?

Gut oder nicht ist gar nicht so die Frage, eher ob es dem Gesamtkomplex dienlich ist Angst zu haben. Hierzu ein paar Gedanken.

Ich wage mal zu behaupten: es gibt zwei Arten von Angst. Die eine Angst ist die Angst, die dich vor irgendetwas warnt, vor einer reellen Gefahr. Einer Gefahr, die dich bedroht, dein Leben bedroht. Simples Beispiel: Du stehst einem hungrigen Löwen gegenüber, der dir unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er sich dich als Frühstück sehr gut vorstellen kann 😊

Angst – der Flucht / Kampf Mechanismus

… und Zack, schaltet der Körper auf Auto-Pilot: Adrenalin-Ausschüttung, Muskeln werden aktiviert, der Metabolismus wird heruntergefahren, Gehirn-Funktionen auf das nötigste beschränkt. Der Überlebens-Instinkt entscheidet sich blitzschnell für eine der drei klassischen Strategien mit dieser Situation umzugehen:

  1. Flucht / Weglaufen („Ich stelle mich dieser Situation nicht, weil ich sie vermutlich nicht überlebe.“)
  2. Kampf („Komm her Löwe, ich mach dich platt, ich weiß, dass ich stärker bin!“)
  3. Totstellen („Das geht bestimmt vorüber, ich verhalte mich still, dann zieht der Sturm an mir vorbei bzw. der Löwe.“)

Je nach Situation und Begebenheiten ist die eine oder andere Strategie erfolgreicher für das Überleben…

Falsche Ängste

Jetzt gibt es eine noch die andere Form der Angst, bei der der Körper exakt genauso reagiert. Was hier allerdings anders ist, ist dass es KEINE lebensbedrohliche Situation ist. Auch hier ein Beispiel: Bungee-Springen. Dabei weißt du, dass du an einem Gummi-Seil befestigt bist, sprich: Du müsstest eigentlich keine Angst haben.

Meist ist aber dennoch anders, sprich du hast richtig Angst, wenn du auf der Mini-Plattform stehst und nach unten blickst. Du hast bereits bei deinem Vorgänger gesehen, dass es funktioniert. Du siehst das Seil, das in den Abgrund hängt und an deinen Füßen befestigt ist. Du siehst das, was dich hält und dennoch hast du Angst davor zu springen, weil es ja schließlich in die Tiefe geht und du gelernt hast, dass sich (in den Abgrund) fallen lassen gefährlich ist.

Falsche Ängste überwinden

Ist diese Art von Angst erst einmal überwunden und du gesprungen bist, wird es unheimlich weit. Du wirst durchflutet von einer unglaublichen Weite, Offenheit und Dankbarkeit – spätestens wenn Du spürst, dass das Seil hält.

So ist es auch im Leben und in der spirituellen Praxis: überwindest Du die falschen Ängste, die dich ablenken davon wieder einen Schritt weiter zu kommen, öffnen sich Fenster und Türen und man erfährt eine neue Weite, entdeckt neue Möglichkeiten, sieht neue Wege und öffnet sich dem neuen Erleben.

Das was dich sicher hält, ist die allumfassende Liebe, die dich in ihren Armen wiegt – wie eine Mutter ihr neugeborenes Baby. Was häufig fehlt, ist das Vertrauen (Shradda) in ebendiese Tatsache. Egal was du bist und wie du bist – du wirst gehalten und geliebt, die Liebe ist immer da unabhängig von dem Umfeld, den Begebenheiten und den Menschen, die dich begleiten. Das ist so!

Ängste unterscheiden

Jetzt kann man sich natürlich fragen: wie kann ich denn die eine von der anderen Angst unterscheiden? Sehr gute Frage!

Im Yoga gibt es dafür einen Begriff: viveka = die Unterscheidungskraft, eine zentrale Eigenschaft eines spirituellen Schülers, eine von vier Eigenschaften des Sadhana Chatsushtaya, der vier Mittel zur Befreiung.

Diese Unterscheidungskraft kann man erlangen durch konsequente Selbst-Befragung und Selbst-Reflektion, der Unterscheidung von Selbst und Nicht-Selbst und der Betrachtung der Umstände aus dem Selbst heraus.

Eine andere Möglichkeit erfolgt über die körperliche Herangehensweise über die Stärkung der Intuition, ein Spiel mit Ängsten in körperlichen Grenzbereichen, denen man sich z.B. durch Kundalini-Yoga, Holotropen Atmen, … nähern kann – quasi ein kontrolliertes Annähern an den Kontrollverlust 😊.

Als Kind / Jugendlicher haben wir in den Pausen eine Zeit lang ein „Spiel“ gemacht, das so funktioniert hat:

  1. „Der Seher“ hat schnell hintereinander Kniebeugen gemacht für 30-60 Sekunden und dabei durch den Mund tief ein- und ausgeatmet
  2. Anschließend hat der „der Seher“ im Stehen komplett ausgeatmet und „der Helfer“ hat direkt „den Seher“ von hinten auf öhe des Brustkorbes Höhe des Brustkorbes umarmt und fest an ihn ran gedrückt, so dass auch der restliche Rest Luft aus der Lunge herausgedrückt wurde
  3. „Der Seher“ wurde ohnmächtig und hat so in dem kurzen „Traum“ viele schöne Dinge gesehen und wollte meist gar nicht mehr zurückkehren

Bei mir hat das immer sehr gut funktioniert, so dass sich das eine oder andere Mal die Zuschauer schon Sorgen gemacht haben … ich eher weniger, ich genoss diese kurzen Auszeiten ungemein. Voller Stolz, was für eine tolle Möglichkeit – mit Zugang zu anderen Sphären – wir entdeckt hatten, führten wir dieses „Spiel“ meinem Vater vor, der seltsamerweise gar nicht so recht unsere Begeisterung teilen wollte… 😉 Nun ja, heutzutage ist das „Spiel“ auch als Ohnmachtsspiel bekannt und gesundheitlich bedenklich und deshalb auch ausdrücklich nicht zu Nachahmung empfohlen.

Durch ein Seminar bei Reinhard Gammenthaler in Berlin dieses Jahres konnte ich mich wieder an dieses Spiel erinnern. Für das Seminar bin ich sehr dankbar und seitdem bestimmt die geniale Mischung aus energielösenden Asanas und Druck-aufbauenden Atem-Übungen – wodurch die Wirkungen direkt nachvollziehbar werden – sowohl meine eigene Kundalini-Praxis als auch die Kundalini-Stunden, die ich unterrichte.

Fazit & Tipp

Beschränke dich nicht ausschließlich auf einen Weg, kombiniere sowohl den körperlichen Weg als auch den Zugang über die Geisteskontrolle und den Zugang über die gelebten Gefühle miteinander. Dein inneres Selbst kennt bereits deinen Weg, lass es zu dich leiten zu lassen. Dein „falsch“ gefühltes ICH versucht sich laut in den Vordergrund zu drängen, lausche den leisen Tönen vor allem auch, wenn sie durch die Angst hindurch zu hören sind.

Wortklauberei: wiederkehren

Im Wort wieder-kehren-de steckt das Verb kehren, wie beim Gehweg, den man immer und immer wieder kehrt und der doch nie dauerhaft sauber bleibt.

… und täglich grüßt das Murmeltier

Alle Dinge, die in gleicher oder ähnlicher Form im Leben wiederkehren bedürfen mehr Aufmerksamkeit / Bewusstheit damit sie aufgelöst werden können. Wenn das dann der Fall ist, braucht man der Stelle auch nicht mehr zu kehren, das wieder-kehren hat sich in Nichts aufgelöst.

Wortklauberei: Wissenschaft

Wissenschaft ist auch ein recht lustiger Begriff, denn Wissen kann man nicht schaffen. Wissen ist und kann man nur „feststellen“ (auch seltsamer Begriff in dem Zusammenhang, was will man fest (starr) stellen was zum größten Teil aus Raum und Schwingung „besteht“ (besser: ist)).

Schaffen von Wissen

Schaffen passt allerdings ganz gut, denn Wissenschaft setzt auf beweisbare Fakten, die per Versuch nachgewiesen werden. Der Versuch ist dann das Schaffen der Fakten, den jeder Versuch wird durch die Messung beeinflusst (vergleiche Schrödingers Katze / Messproblem / Grenzen der linearen Zeitentwicklung).

Ist auch absolut nachvollziehbar, denn der Versuch wurde erdacht, sprich er wurde durch die Gedankenwellen (Vrittis) des Beobachters beeinflusst und kann somit nicht mehr die Wahrheit widerspiegeln.

WISSENIST

Von daher setze ich große Hoffnung in alle Bewegungen, die Wissenschaft und Spiritualität näher zueinander bringen wollen, wie zum Beispiel die Zeitschrift „Tattva Viveka“. Der Vorschlag für einen neuen Namen, wenn es gelingt, wäre dann WISSENIST anstelle von Wissenschaft 😉