One heart – one love

Wahrnehmen und in aller Tiefe wirken lassen

Dein Ego ist Dein echtes Sein. 
Du bist 100% Du, es kann gar nicht anderes sein.
Zu keinem anderen Zeitpunkt, an keinem anderen Ort.

Nur hier, nur jetzt.

Lass Dich einfach so sein, wie Du bist, Du wirst Dich selbst niemals los werden, so nimm Dich an!
Du hast keine Wahl als Dich ganz und gar anzunehmen wie Du bist.

Ich liebe Dich so, wie Du bist, tue Du es auch.
Teil Dich absolut selbst-ehrlich mit all Deinen Gefühlen mit – völlig unabhängig von allen Tabus – die Du in Deinem bisherigen Leben gelernt hast.

Dann lieben wir uns natürlicherweise alle miteinander freiwillig – Eine Welt ohne Gewalt, ohne Zwang, ohne Widerstand gegen das Leben, wie es sich durch Dich erfahren möchte 

Du bist ein Mensch wie ich einer bin – lass uns endlich Menschlichkeit auf allen Ebenen erleben!
Die Zeit und der Ort dafür ist da – jetzt und hier!

In Liebe
Thomas

P.S.:
Dies ist mein letzter Post auf diesem Blog – ich wende mich neuen Aufgaben zu… der direkten Begegnung

Nährende Begegnungen – konstruktiver Austausch

Begegnung

Ich bin in letzter Zeit hin und her gerissen durch das Thema: Wieviel Wahrheit verträgt mein Gegenüber? Wieviel dessen, was ich erkennen kann, kann ich ihm/ihr zumuten?

Lange Zeit war ich – durch mein Umfeld entsprechend auf ein funktionierendes Miteinander ausgebremst – äußerst zurückhaltend mit meinen Wahrheiten. Ich hatte gelernt mich anzupassen, um in einem – wie mir schien – gegebenen Umfeld ordentlich zu funktionieren. Ich behielt die Dinge, die mir offensichtlich erscheinen für mich, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Ich hatte auch eine Zeit lang angenommen, dass sie gesehen werden, eben weil sie augenscheinlich sind…

Ich hatte irgendwann – noch in meinem „alten“ Leben als IT-Consultant – eine Strategie entwickelt, die es mir ermöglichte den „Wissensstand“ des Gegenübers einzuschätzen und anhand dessen ihn an den Stellen abzuholen, die einerseits ein absehbares und überschaubares Bild für die nahe Zukunft zu zeichnen und andererseits nicht zu sehr das große Ganze aus den Augen zu verlieren, weil absehbar war, welche Stolpersteine sich in den Weg legten, wenn wir „erst mal so“ starteten…

Ich hatte in mehr als 90% der Fälle recht, was mich anfangs noch geärgert hat, denn es schwang immer der „Siehste, ich habs ja gleich gesagt“-Trotzkopf des Besserwissers in mir mit. Es kam dann der Forscher in mir auf, der wissen wollte, ob es nicht auch anders geht. So habe ich meine Strategie erweitert: Ich habe den Spielplatz in einfach immer in den – für den Kunden überschaubaren Rahmen – belassen und habe während der Definition dieses Raumes bereits „Ideen“ und „Optionen“ des großen Ganzen mit eingeflochten. Meist sehr subtil und unscheinbar, doch es verfehlte nie seine Wirkung. Denn nach einiger Zeit kam der Kunde mit jetzt „seinen“ Ideen zu mir, die ich dann lobte und wir uns an die Umsetzung machen konnten. So war der Gesamt-Zufriedenheits-Index auf allen Seiten viel höher 😊Ich hatte jedes Mal eine sportliche Herausforderung und der Kunde war nicht überfordert und konnte sich einbringen, was ihn zufriedener machte.

Manchmal ist dieses Vorgehen allerdings auch nervig und wisst ihr, wann das der Fall ist?

Immer dann, wenn der Graben zu groß ist…
Wenn es nicht mehr reicht, dass ich ein zwei Steine ins Wasser und auf sie deute. Sondern, wenn ich erst eine Brücke bauen müsste, um dem Sicherheitsbedürfnis des Gegenübers gerecht zu werden.

Darauf habe ich jetzt einfach keinen Bock mehr.  Ich weiß jetzt für mich, dass ich ein Impuls-Geber bin und ich nicht dafür zuständig Brücken zu bauen für Menschen, die ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis haben. Das können Menschen gerne machen, aber ohne mich. Ich weiß, dass ich mich dabei aufreibe, das habe ich lange genug gemacht, es macht mich kaputt und ich lasse mich nicht mehr kaputt machen. Ich gehe meinen Weg in meinem Tempo und nehme gerne Begleiter auf dem Weg mit, aber ich werde niemanden mehr ziehen oder schieben. Ich gebe Impulse an den Stellen, an denen es sich ergibt und ich fühle mich andererseits nicht verpflichtet es zu tun. Genauso wenig wie ich möchte, dass sich irgendjemand verpflichtet fühlt diese Impulse anzunehmen. Entweder fallen sie auf fruchtbaren Boden, dann freut es mich und wenn der Boden bereits so vertrocknet ist, dass das Samenkorn auf der Oberfläche vertrocknet oder von jemand anderem gegessen wird ist das genauso OK.

Ich muss niemanden mehr gefallen, das ist der Vorteil am gefallen sein. Ich bin an vielen Stellen politisch nicht korrekt, weil ich weiß, dass dies ein Mit-Grund dafür ist, dass die Welt im Moment so ist, wie sie ist. Ich bin sowohl ein „renitentes Subjekt“ (diese Bezeichnung habe ich von meinem ehemaligen Schul-Direktor bekommen, nachdem ich mich geweigert hatte meine Mütze in der Aula abzunehmen) als auch resilientes Objekt. Ich bin das „sowohl als auch“ allen Seins.

Ich helfe und gebe gerne aus vollem Herzen, wenn ich von mir aus freiwillig will und ich habe keine Lust mich aussaugen zu lassen. So nehme ich mir die Freiheit da zu unterstützen, wo ich das Gefühl habe, dass meine Unterstützung auch als solche gesehen wird und eben nicht da, wo ich dafür kämpfen muss, dass sie als solche anerkannt wird. Wenn es zum Kampf wird, ermüdet es und Ermüdung laugt aus.

Was nicht heißen muss, dass jeder Impuls nur angenehm ist. Manchmal schmerzt ein liebevolles Anstubsen sehr, weil plötzlich bewusst wird, was da im Unbewussten schlummert – das kann sehr schmerzhaft sein, es kann einen kleinen inneren Tod sterben lassen. Jedes Aufstehen nach einem kleinen Tod ist ein Aufstehen Richtung Freiheit, eine Bewegung in eine neue Richtung, eine Erkenntnis, die Raum bereitet für Neues.

Erwachen, Erleuchtung, … alles wunderbar, unbeschreiblich schön und erweiternd zweifelsohne, aber ohne die Versöhnung mit dem inneren Kind auf allen Ebenen und den daraus resultierenden Schritten in Form von Handlungen, gibt es mir nur eine weitere, neue Möglichkeit vor mir selbst zu fliehen und mich dem Versenken in das absolute Bewusstsein hinzugeben. Der Zustand meiner erlebten Welt ändert sich nicht, wenn ich nicht den empfangenen Zeichen folge leiste und mich vertrauensvoll dem hingebe, was zu tun ist.

Ins Tun kommen – Unbewusstes erlösen

Ich habe aufgehört das, was das Leben für mich vorgesehen hat, in Frage zu stellen. Ich habe es einfach angenommen. Ich wehre mich nicht mehr dagegen. Ich gehe nicht mehr in den Widerstand zu dem, was gerade dran ist zu erfahren. Es hört sich einfach an und das ist es im Grunde auch. Das was es schwierig erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass wir alle unbewusste Anteile mit uns herum tragen und die sind verantwortlich dafür, dass wir nicht so handeln, wie es erforderlich ist, um ein befreites und in sich ruhendes Leben zu führen.

Und darum geht es: den unbewussten Anteilen auf die Schliche zu kommen. Sie zu erkennen, vor Zeugen sich dazu zu bekennen und sich ein entsprechendes Handeln zu erlauben – und das unabhängig davon, was irgendwer irgendwie denkt, sprich ohne Verurteilung sich selbst und auch allen anderen gegenüber. Gleiches Recht für alle. Und die unbewussten Anteile gehen tief, sie gehen bis an die Existenz-Grenze – über Macht, Sex, Gewalt bis hin zum Tod. Ich habe sie alle in Selbst-Trance erlebt und gesehen. Ich habe mich mit ihnen beschäftigt. Ich habe sie nicht verurteilt, selbst wenn sie noch so abstrus und abnormal waren. Ich habe erkannt, dass jeder dieser Anteile auch in mir schlummert. Und ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass dies bei allen Menschen der Fall ist. Nur die meisten Menschen tun so, als wären sie anders, als wären sie heiliger und besser oder auch umgekehrt versauter und schlechter als die anderen.

Warum ist das so, warum wähle ich ein Bild von mir, dem ich entsprechen möchte?

Weil es mir so eingeimpft wurde. Es wurde mir vermittelt, dass es ein Ideal-Bild gibt, dem man entsprechen müsste. Dieses Ideal-Bild ist geprägt von meinem Umfeld. Mein Umfeld erzieht mich dazu, dass ich in den vorgegebenen Rahmen passe. Es beschneidet mich und stutzt mich solange zurecht, bis ich dem Ideal-Bild mit den Abmessungen des normierten Rahmens entspreche.

Jetzt stellt Euch mal vor, dass das Ideal gar nicht der Rahmen ist, sondern, dass ihr grenzenlos sein könnt, wenn ihr einfach so seid, wie ihr seid? Ihr tragt das Ideal bereits in Euch und traut Euch nicht es zu leben – aus Angst nicht mehr dazu zu gehören…

So entstehen viele kleine oder auch große Splittergruppen, die sich einem Thema zuwenden, um Menschen anzuziehen, bei denen das Thema im Moment auch akut ist: die NoFaps, die Hochsensiblen, die Depressiven, die Burn-Outs, die Bore-Outs, die Netzwerker, die Brückenbauer, die Homos, die Heteros, die Spirituellen, die BDSM-ler,…

Natürlich ist es wohltuend, wenn ich mich unter meinesgleichen bewege und über die gleichen Themen mich austausche, wenn ich meine Gruppe, meinen Bereich gefunden habe, in dem ich mich wohl fühle. Aber vielleicht ist Leben einfach darauf ausgerichtet, dass alles einmal erfahren will…

Ich habe mich mal durch die „Liste der psychischen und Verhaltensstörungen nach ICD-10“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_psychischen_und_Verhaltensst%C3%B6rungen_nach_ICD-10 ) durchgekämpft, um zu überprüfen, ob ich dem Krankheitsbild einer der aufgeführten Krankheiten entspreche. Und wisst ihr was? Ich habe bei fast jeder Krankheit entsprechende Symptome gefunden, die ich zu irgendeiner Zeit meines Lebens mal hatte. Ich habe dann das gleiche mit noch ein paar anderen körperlichen Krankheiten gemacht und bin wieder auf das gleiche Ergebnis gekommen…

Was sagt mir das jetzt?

Es sagt mir, dass es ganz normal ist zu irgendeiner Zeit irgendeine der vielfältigen Erfahrungen zu machen ohne dass ich deshalb gleich einen dauerhaften Stempel dafür brauche. Ohne dass „ab jetzt“ für immer der Stempel des hochsensiblen, homo- oder hetrero- oder bi-sexuellen Spanners, der sich auch mal einen runterholt und mit Krankheiten auf körperlichen und seelischen Druck reagiert. Und wisst ihr warum? Weil das ganz normal ist. Und wenn es normal ist, ist es nicht mehr schlimm, nicht mehr verurteilenswert. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, weil es zum ganz normalen Erfahrungsschatz des Mensch-Seins dazu gehört. Zum Problem wird es nur, wenn ich irgendeinen Teil von mir abspalte, weil ich gelernt habe, dass das ein Teil ist, der nicht gut ist.

(Selbst-)Verurteilung ist (Selbst-)Abspaltung

Zum Erkennen der eigenen Selbst-Verurteilung bzw. Selbst-Abspaltung braucht es ein Gegenüber. Ein Gegenüber, der den abgespaltenen Anteil bereits erkannt und integriert hat. Dabei kann ich begleiten und unterstützen, beim Aufzeigen dieser Anteile und das tue ich sehr gerne, eben auch weil ich weiß, dass es keinen Schritt weiter Richtung „heile Welt“ geht, wenn sich nicht ein Teil der Menschheit sich voll und ganz erkennt und annimmt – eben mit allen Facetten. Denn nur dieses erkennen, annehmen und integrieren erlaubt eine manipulationslose Gesellschaft, die sich auf ihre wahren Bedürfnisse ausrichtet: Die, der nährenden Begegnungen, des vorurteilsfreien Austausches und der gegenseitigen Bereicherung.

Denn das ist das, was in jedem Menschen bereits angelegt ist, was in jedem Individuum ganz organisch schwingt: Seinen persönlichen Anteil am Ganzen beizutragen.

Es ist ein Grundbedürfnis eines jeden mit seiner Einzigartigkeit, sich freiwillig einzubringen und teilzuhaben und nicht unter Zwang und Druck den – wie auch immer lautenden – Vorgaben zu entsprechen. Das tötet jegliche Lust am Leben und unterbindet und unterdrückt die benötigte Kreativität für eine Neu-Gestaltung und -Orientierung einer neuen Welten-Ordnung. Eine natürliche Ordnung, die das Leben schützt, behütet und gewähren lässt. Ein freies Leben in Harmonie mit den Prinzipien des Lebens und nicht ein Über-Leben nach – von Menschen erdachten Regeln, die das Leben geißeln und es kontrollieren wollen.

So freue ich mich auf konstruktiven Austausch und nährende Begegnungen im Einklang mit dem Leben.

In Liebe

Thomas

Die kleine Störenfrieda bei Soham (Samarpan)

Ein Herz für Störenfriede

Heute berichte ich von einem wunderbar erkenntnisreichen Satsang bei Soham in Nürnberg, der gestern Abend stattfand. Ich wusste bis kurz vorher nicht, ob ich hingehen möchte oder nicht, weil ich etwas „Satsang müde“ geworden bin, genau so wie ich es müde geworden bin spirituelle Bücher zu lesen oder mir entsprechende Videos anzusehen…

Nach einer kurzen Körperbefragung, ob ich mich jetzt tatsächlich in Bewegung setzen sollte, war die Antwort: „Ja, geh nach draußen, geh raus und geh dorthin.“ So folgte ich diesem Impuls, packte meinen Rucksack mit Tee und Wasser für den Mini-Ausflug in die Nachbarstadt Nürnberg, meine ehemalige Heimat. Selbst die widrigen Umstände in Form von regnerisch nasskaltem Wetter nahe der Null-Grad-Grenze und die Aussicht mich in öffentliche Verkehrsmittel zu quetschen, hielten mich nicht ab. Ich war an Fahrzeit-Pläne gebunden, suchte im Außen nach den Antworten, obwohl ich wusste, dass sie im Inneren auf ihre Entdeckung warteten. So setzte mich mit einer Fahrplan- und Ticket-App auseinander, die erstaunlich reibungslos funktionierte. Ich war dankbar, dass ich nicht mit dem Fahrkarten-Automaten in Kontakt treten musste, den ich schon das eine oder andere Mal wüst beschimpft hatte. Ich bin der Meinung, dass die Bediener-Führung an den Automaten so unterirdisch und verwirrend ist, dass ich mich jedes Mal wieder frage, ob die Menschen, die den Auftrag für die Programmierung vergeben haben, jemals den Automaten selbst ausprobiert haben…
Naja, vermutlich bin ich einfach nur zu dumm, mich dem vorgegebenen Weg anzupassen, das will ich nicht ausschließen 😉 So an dieser Stelle ein Dankeschön an die Beteiligten der App, die wirklich so funktioniert, dass auch ich damit zurechtkomme.

Auf dem Weg dorthin, setzte sich in der U-Bahn ein vermutlich portugiesisches Pärchen mit einer Freundin mit zu mir. Die junge Frau setzte sich mit ihrem „unverschämt“ kurzen Rock mir gegenüber. Der Rock war so kurz, dass er unter ihrem kurzen Mantel gar nicht zu sehen war, und ich war hin und her gerissen, ob ich – weil auch ein Voyeur in mir schlummert – versuchen sollte, einen Blick zu erhaschen, oder ob es unverschämt ist so offensichtlich auf ihre Beine zu starren…
Ich habe mich – als älterer Mann – für die politisch korrekte Variante entschieden. Ich ignorierte die verlockende Tatsache, obwohl mein Körpergefühl etwas anderes wollte 😉

Dort angekommen bezahlte ich meine „Zwangs-“Spende (Schild auf der Spenden-Schale: „Spende 20 Euro“) und suchte mir einen Platz. Ich richtete mich ein und war sehr dankbar für den Tee, den ich dabeihatte und harrte der Dinge, die da kommen. Während des Wartens verschaffte sich ein kleines Mädchen, ca. 4-5 Jahre alt, nennen wir sie Frieda, das mit ihrer Mutter gekommen war, immer wieder durch nachfolgende Sätze Gehör:

„Wann kommt denn jetzt endlich der Samarpan!“
„Warum wollen die immer meditieren?“
„Ha, dann können die gar nicht meditieren, wenn ich so laut bin…“
„Wo ist die Spielecke?“
(Ich war kurz abgelenkt durch ein Elstern-Pärchen, das sich neckenderweise gegenseitig durch den großen Busch neben unserem Fenster trieben, gefolgt von einen Meisen-Pärchen, die das Schauspiel gesanglich unterstützen)
„Komm wir bauen ein Haus aus den Kissen.“
„Nein, nicht so Mama, das soll so sein.“
„Ich brauche von diesen Kissen welche.“

So wurde meine Rolle in dem Schauspiel aktiviert, ich erkannte meine Aufgabe – weil ich direkt vor diesem Kissenstapel saß – und half ihr immer wieder ein Kissen nach dem anderen vom Stapel zu holen, weil sie nicht groß genug war, um an die oberen Kissen heranzureichen und es zu schwer war eines der unteren Kissen herauszuziehen. Mir wurde durch sie mein planvolles Handeln bewusst, weil ich sie gefragt habe, ob ich ihr gleich mehrere Kissen herunterreichen sollte – weil es ja abzusehen war, dass sie mehr brauchen würde – sie verneinte die Frage und sagte: „Nein, eines nach dem anderen. Ich hole eines und dann komme ich wieder.“

In der Zwischenzeit war Soham „endlich“ eingetroffen, begrüßte auch das Mädchen bereits auf dem Weg nach vorne und begegnete liebevoll jedem der Satsang-Teilnehmer mit einem Blick. Während ich auf meinen Blickkontakt wartete, hörte ich hinter mir ein verzweifeltes „Hm, hm, hm, hm“ einer Mädchen-Stimme – der Empfang des Segens erschien mir in dem Moment wichtiger – und nachdem ich diesen empfangen hatte, kam ich wieder meiner eigentlichen Aufgabe nach – dem Kissen von oben nach unten Reichens – und das „Hm, hm, hm, hm“ verstummte.

Ich konnte spüren, wie die gefühlte Not der Mutter – ich kenne solche Situationen aus eigener Erfahrung – immer größer wurde, denn das „eigentliche“ Programm sollte nun starten und Frieda machte nicht den Eindruck, dass sie den Raum und die Aufmerksamkeit, die ihr zuteilwurde, jetzt plötzlich aufgeben wollte…
So ergab sich eine friedliche Co-Existenz von kindlichem Spiel und ernsthaftem Satsang – der Satsang wurde hin und wieder durch spielerische Elemente bereichert – die nicht von allen als solche wahrgenommen wurden…

Eines dieser Elemente war, welches ca. zehr Mal zum Einsatz kam, dass das Mädchen sich vor Soham stellte und laut rief: „Ich hab keine Angst vor Dir!“.
In der Reflektion wurde mir bewusst, dass ich vermutlich eine ähnliche Hochachtung vor dem Weihnachtsmann vermittelt bekommen habe, dem ich dennoch mit einer ähnlichen Rotznäsigkeit als Kind begegnet bin, wie Frieda Samarpan gegenüber.
Nach ihrem Ausruf machte sie sich wieder daran, weiter um die am Boden sitzenden Personen wie auf Zehenspitzen herum zu tänzeln. Jeden kleinen Zwischenfall quittierte Soham mit einem milden Lächeln, auch als sich Frieda das Mikrofon der Fragenstellerin schnappte und sagte: „So und jetzt sollen alle aufstehen und sich bewegen!“ 😊

„Ich habe keine Angst vor Dir!“ – Ich hatte immer den Satz „Aber ich vor Dir!“ vor Augen, als sie den Satz zum wiederholten Male voller Übermut ihm ins Gesicht schleuderte. Vielleicht war es tatsächlich das: Vielleicht hatte Soham Angst vor ihr…
Frieda mit ihrer direkt erlebbaren und gelebten Präsenz des Moments im Gegensatz zu einer Präsenz, die erst wieder neu gelernt werden muss: „So jetzt lernen wir einmal, wie wir wieder wie ein Kind sein können und dazu ist es ganz wichtig folgende Regeln zu beachten:
1. Einweihung in die Meditation
2. Jeden Tag nach dieser Art meditieren
3. In jedem kritischen Moment sich an sein Kronen-Chakra erinnern.“

Frieda hat keinen der drei Punkte jemals gehört, noch verstanden, geschweige denn befolgt und war dennoch der Mensch mit der meisten Lebensfreude in diesem Raum.
Sie hat gesprüht vor Lebensfreude, sie war durchströmt von Lebenskraft und hat dies ungeniert zur Schau gestellt. Sie hat all den – teilweise mittlerweile humorlosen Gesellen – gezeigt:
„Schaut her, so geht das mit der Lebensfreude und das sogar ohne Meditation und ohne Regeln.“ Einfach so, aus dem Moment heraus, einfach deshalb, weil ich jetzt im Moment darauf Lust habe das so und in der Form, wie es mir gerade gefällt, auszuleben, was in mir ist…

Dass das die Teilnehmer nervt, ist nachvollziehbar…

Bei drei Fragestellern kam die Frage hoch: „Ich komme mir so eingesperrt in meinem Körper vor, so abgetrennt.“ Die Antwort war – mehr oder minder – immer die gleiche: „Machst Du eigentlich die Samarpan-Meditation bereits seit 45 Tagen? Weil wenn Du das machst, hast Du gar keine störenden Gedanken mehr, die Dir so etwas Dummes vorgaukeln.“ Hmmm, ist das tatsächlich so?

Habe ich den Körper nur dazu, um einen Kopf herumzutragen, der sich am besten keine Gedanken mehr machen soll?

Sie hätten mal Frieda dazu befragen sollen. Ich bin mir sicher, sie ist sehr froh über die Möglichkeiten, die ihr ihr Körper bietet. Denn damit kann man toben, spielen, tanzen, rennen, Kuschel-Haus mit Mama bauen, … und auch ist sie froh über ihre Gedanken, sonst hätte sie nicht so kreative Einfälle, wie das Haus auszusehen hat und wofür es gedacht ist.

Der nächste Vorstoß zum Thema „Los, bewegt Euch!“ ging wieder über das Mikrofon der nächsten Fragestellerin, die den in Schaumstoff ummantelten Schallwandler nicht so gern abgeben wollte, sich aber dennoch dem Charme von Frieda geschlagen geben musste, nachdem sie plötzlich und verwundert nur den Schaumstoff in der Hand hatte. So rief sie:
„Ich will jetzt, dass ihr alle mal aufsteht und Euch bewegt!“

Weibliche Stimme aus dem Publikum vom linken Rand: „Und wir wollen, dass Du still bist!“

Ist das so? Wir wollen das? Mich hat niemand gefragt… Ich wurde einfach mit vereinnahmt…

Ich war sehr dankbar für die kleinen Einwände und Denkanstöße von Frieda – nicht zuletzt auch, weil in letzter Zeit ich immer der Störenfried war und so war ich im höchsten Maße dankbar, dass ich in dieser Hinsicht Verstärkung bekommen habe – Verstärkung beim Wachrütteln. Und ihre Form war viel gefälliger als meine, so konnte ich von ihr noch einiges lernen. Klar fehlen mir die äußeren Gegebenheiten des unschuldigen – Wahrheit sprechenden – Kindes, aber ich bin zuversichtlich, dass ich doch einiges von ihr lernen durfte…

Ob die Lern-Einheit in dieser Form tatsächlich bei allen ihre Wirkung erzielt hat, stelle ich in Zweifel, denn meine Sitznachbarin meinte nach der Meditation noch zu mir: „Also das Kind hat mich jetzt echt genervt. Ich finde das gehört einfach nicht hierher.“ Hmmm, das ist etwas, das ich aus dem Satsang mitnehme: Satsang ist etwas Ernsthaftes und die Lebensfreude von Kindern hat hier echt keinen Platz…

Satsang ist das Zusammensein mit der Wahrheit – ich habe vor allem Wahrhaftigkeit bei Frieda gespürt…

Ich bin sehr dankbar für diese Begegnung und Erfahrung und das, was sie mir gezeigt hat.

In Liebe

Thomas

Hier der Link zum passenden Video

Wut – ein Zeichen von Charakterschwäche oder spiritueller Unreife?

Friederich der Wüterich

Nach der Meditation heute Morgen zeigten sich zwei Ideen für Blog-Beiträge, einen über Humor und der andere über Programmierungen. Diese beiden sind jetzt auf die lange Bank geschoben, weil sich – nach dem Telefonat mit meiner zukünftigen Ex-Frau ein anderes Thema in den Vordergrund gedrängt hat: die Wut. So folge ich nun diesem Impuls (und der expliziten Aufforderung meiner Noch-Ehefrau) etwas über meine Wut zu schreiben.

Was ist Wut?

Laut Wikipedia ist Wut eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion (Affekt), die durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung, ausgelöst worden ist. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn

… Unter Wutanfall versteht man einen meist kurzzeitigen partiellen oder völligen Verlust der Kontrolle…

…Der Wutanfall wird auch als Überreaktion bezeichnet und gilt deshalb in den meisten Kulturen als Charakterschwäche. Analog gilt es oft als Charakterstärke, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern die Contenance zu wahren bzw. kühl zu bleiben…

https://de.wikipedia.org/wiki/Wut

Einen ebensolchen Wutanfall hatte ich – der Wüterich (Zitat aus dem Struwelpeter: „Der Friederich, der Friederich, Das war ein arger Wüterich!…“) – eben während des Telefonats in dem es um die Aufteilung des Vermögens bei der Scheidung ging. Ich habe also die Kontrolle verloren und habe mich meiner Charakterschwäche voll und ganz hingegeben. So ist es.

Ich habe sie angeschrien und all die Dinge gesagt, die ich lange unterdrückt habe. Sie sind einfach aus mir heraus explodiert. Sätze wie „Nachdem Du das Haus, das … Euro wert ist, bekommst streiten wir uns jetzt um ein paar hundert Euro? Ich habe das Gefühl, dass Du jetzt hier den Hals nicht voll genug bekommst und ich wünsche Dir, dass Du an den paar Hundertern erstickst!“

Worte voller Wut und Hass, die aus mir herauswollten. Derer ich mich ent-ledig-en wollte. Diesmal habe ich es einfach so sein lassen. Ich bin nicht dem gelernten Glaubenssatz der „Charakterschwäche“ gefolgt und habe noch nicht einmal auf die Contenance geschi..en, da mir in dem Moment gar nicht bewusst war, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe mich einfach dem – was ich in dem Moment gefühlt habe – Ausdruck verliehen. Habe es formuliert, habe ihm eine Form gegeben. Ich habe meinen Gefühlen freien Lauf gelassen. Das, was bei Kindern im Alter von ein bis vier Jahren noch als normales Verhalten gewertet wird.

Der amerikanische Kinderarzt William Sears unterscheidet allerdings zwischen manipulativen Wutanfällen einerseits, die durch Nichtbeachtung entmutigt werden sollten, und Enttäuschungs-Wutanfällen andererseits, in denen das Kind wirklich Trost und Zuspruch benötigt, um die Aufgabe, an der es zu scheitern fürchtet, doch noch zu bewältigen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wut

So hat das Kind in mir, aus mir gesprochen, es war enttäuscht. Es war enttäuscht, dass es nicht gesehen wurde. Dass seine „Leistung“ nicht anerkannt wurde. Die Leistung des „in der Gesellschaft Funktionierens“, des „sich Aufopferns für die Familie“, des „alles dafür Tuns, damit es der Frau und den Kindern gut geht, selbst wenn der Vater die Familie verlässt“. Also auch ein schuldig fühlen für die Situation, wie sie nun mal ist. Sie ist aber nicht wegen mir so! Sie ist so, weil sie so ist. Einfach so. So ist es und niemand trägt die Schuld dafür. Und es blockiert die Energie, den Lebensfluss, zu versuchen an den Dingen, die sich nicht als wegweisend gezeigt haben, festhalten zu wollen…

Warum entsteht Wut (oder andere Gefühle)?

Der Grund für den Ausbruch des Wut-Vulkans wurde so offenbar: Es waren meine Schuld-Gefühle den Kindern gegenüber, die Schuld und Scham, die ich empfinde ein nicht präsenter Vater zu sein. Wobei es auch – während ich noch zusammen mit ihnen im Haus gelebt habe – oft so war, dass ich nicht präsent war. Ich war geistig nicht präsent. Anfangs war ich in Gedanken in der Firma, später war ich in Gedanken über spirituelle Themen oder habe mich in Meditation geflüchtet.

Flucht als Dauer-Thema, Flucht sich seinen wahren Gefühlen zu stellen. Ich habe die Beschäftigung / Aktion mit Dingen im Außen dazu missbraucht, um mich nicht mit den Wunden meines inneren Kindes und den damit verbundenen Schmerzen zu beschäftigen. Heute wurden sie (wieder einmal) offensichtlich. Mein Gefühl des „Nicht anerkannt / gesehen Werdens“ hat sich aus dem Versteck des Unbewussten gewagt.

Die vordergründigen Wut-Gefühle haben dies nur aufgezeigt, als Weg-Weiser, sie sind die Sprache, über die Gott durch uns, mit uns kommuniziert. Die eigene Bewusstseinskraft und die Selbst-Betrachtung haben mich zur eigentlichen Blockade geführt, damit sie gesehen wird und erlöst werden kann.

Was zeigt die Wut (oder andere Gefühle)?

Spirituell unreif wäre es zu sagen, dass man keine Wut mehr spürt. Dafür gibt es den hübschen Begriff „Spriritual Bypassing“, eine Art „spiritueller Vermeidung“, sprich sich immer, wenn sich „unangebrachte“ Gefühle ankündigen in die Meditation zu flüchten, weg von der eigentlichen Welt, rein in die Einheit, um nicht mit „der dunklen Seite der Macht“ in Berührung zu kommen. Denn sie zeigt sich immer dann, wenn die einwirkende Situation unbewusste Themen an die Oberfläche bringt, wenn sie ans Licht kommen…
Aber sie kommen deshalb ans Licht, um erlöst zu werden und nicht, um weiter den Deckel drauf zu halten. Sonst steigt der Druck ins unermessliche. Und der Druck ist da, weil die Ur-Situation noch nicht erlöst ist.
Mit jedem Wutausbruch (gelebt oder in Trance durchfühlt) komme ich näher an dieses Ur-Thema heran, um diesem Thema endgültig den Nährboden zu entziehen.
Jedes endgültig erlöste Ur-Thema – das durchaus auch ein kollektives Thema sein kann – reduziert die Situationen, in denen ich zum „Friederich dem Wüterich“ werde…
…und damit auch an den Folgen von unterdrückter Wut zu erkranken…

In diesem Fall ist definitiv ein kollektiver Glaubenssatz mit betroffen, doch dazu in den nächsten Tagen mehr, denn da wird eine Serie draus 😊

Dankbarkeit

Ein sehr guter Freund von mir – der mittlerweile verstorben ist – hat einmal gesagt, nachdem er nach seinem Vater gefragt wurde: „Mein Vater ist ein cholerisches Arschloch!“. Er hat sein Potential in sich genauso zu sein in sich erkannt. Er wollte das so – weil er es am eigenen Leib erlebt hat – auf keinen Fall leben. Er hat seine Art damit „umzugehen“ gefunden gehabt…
Er hat sein Leben lang seit er 16 Jahre war gekifft, das hat ihn „beruhigt“ und geerdet und vielleicht hat es auch mit dazu beigetragen, dass sein Leben – mit 40 durch einen Herzinfarkt – früher zu Ende ging als manch anderes.
Auch das war in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Hinweis für mein Leben wofür ich sehr dankbar bin.

Auch bin ich sehr dankbar für die Situation heute Morgen, denn sie hat mir den wertvollen Hinweis gegeben, wo es etwas zu finden gibt, was mich meinem Wesenskern näherbringt, was mich selbst erkennen lässt.
Dankbar meiner Noch-Ehefrau gegenüber, die meine laute Stimme hat ertragen müssen (die geifernden Spucke Bläschen blieben ihr erfreulicherweise durch den Telefonhörer erspart).
Dankbar meiner Freundin gegenüber, die mich nicht für mein aggressiv (männliches?) Verhalten verurteilt hat.
Dankbar dem Leben gegenüber, dass ich im Moment die Gelegenheit habe, all diese Erfahrungen durch das Schreiben in mir zu integrieren, damit ich mein volles Potential leben darf.

In Liebe

Thomas

Opfer-Täter-Schema

Jesus in Form von Moos

So heute habe ich mich seit langem wieder einmal riiiiichtig triggern lassen!

Ich habe heute diesen Artikel gelesen: https://www.neoterisches-bewusstsein.com/der-herz-jesu-casanova-und-die-wahre-liebe

Und ich möchte Euch mitteilen, was mich so arg getriggert hat.

In dem Artikel geht es um spirituelle Männer, die ihre weibliche Seite leben und auf ihrem Weg Frauen „ausnutzen“, die sich davon angezogen fühlen, dass es scheinbar Männer gibt, die AUCH in ihrer weiblichen Energie sind.

Ich bin auch so ein Mann! Und vermutlich bin ich deshalb noch nicht mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gegangen, weil ES mir auch so ergangen ist. In die erste „Schülerin“, die aufgrund von Ängsten mit Ihrer Kundalini-Erweckung zu mir gekommen ist, habe ich mich verliebt. Na herzlichen Glückwunsch, entspricht genau dem in dem Artikel beschriebenen Typ Mann. Er der „Kundalini-Erfahrene“, sie die „abhängige Schülerin“. Perfektes verurteilenswertes Opfer-Täter-Konstrukt. So etwas geht halt gar nicht, da muss man sich empören.

Teilung überwinden

Aber genau hier beginnt die Teilung! Hier beginnt das, was zu überwinden ist!

Es gibt nur ein Opfer, wenn es einen Täter gibt und es gibt nur einen Täter, wenn es ein Opfer gibt. Aber BEIDES ist EINE Illusion! Dein gelerntes Werte-System teilt Dir mit, dass es so ist.

Wenn es Frauen gibt, die Abhängigkeit erleben müssen, wird es Männer geben, die diese ausnutzen und wenn es Männer gibt, die Macht erfahren müssen, wird es Frauen geben, derer sie sich bemächtigen. Wenn dieses Gedanken-Kontrukt aus Deinem Kopf verschwindet, verschwindet es auch in der „Wirklichkeit“.

ES ist kein Gegen-EIN-Anader, ES ist ein Mit-EIN-Anader! Nur die Vereinigung der beiden Pole im Inneren, in sich Selbst löst das „Problem“.

Glaubt ihr ich hätte mich nicht verurteilt, dafür dass mir so etwas passieren musste? In der Yogalehrer-Ausbildung gefüttert mit Dogmen rauf und runter, Brahmacharya (kein sexuelles Fehlverhalten), lesen von Heiligen-Geschichten, Swami hier und Swami da. Dazu noch die gesellschaftlichen Normen, das Wissen um die Traumata, die die Kinder dadurch erleiden werden, eines davon sogar ein Adoptiv-Kind… Scheinbar alles erreicht: Familie, Haus Kind, Firma (die jetzt verkauft ist) und trotzdem unzu-Frieden.

Tja, aber das Leben spielt nicht so, wie man sich das vorstellt. So ist es eben! Es interessiert sich nicht dafür, ob es Dir dabei gut geht oder nicht, es weidet sich vielleicht sogar manchmal daran, dass Du Dich innerlich zerfleischst. Aber genau so ist das Leben, es will Dir zeigen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als aufzugeben es alleine machen zu wollen. Die Form – in der SIE Dir das mitteilt – ist höchst unterschiedlich (daher gibt es auch so unglaublich viele Wege), aber das „Ergebnis“ ist immer das Gleiche – EINE.

Die Teilung beginnt im Kopf und manifestiert sich in der „Wirklichkeit“ und das ist der Grund, warum mich der Artikel so getriggert hat. Weil er teilt! Er nimmt den Frauen die Verantwortung auf das was in ihrem inneren schwingt zu hören. Jede Frau, die an einen „Idioten“ geraten ist hatte unzählige Zeichen bekommen, dass da gerade etwas gewaltig schiefläuft, aber sie hat sie entweder nicht gehört oder sie hat sie bewusst ignoriert.

Zeichen erkennen

Exakt das habe ich auch gemacht, im Nachhinein sind mir einige Stellen aufgefallen, an denen ich hätte Richtung Einheit abbiegen können, was ich eben nicht gemacht habe. Teilweise aus Unachtsamkeit, teilweise bewusst, weil ich es mir doch in „meinem“ Leben so bequem gemacht hatte. Aber das Leben ist per se (von selbst, aus sich heraus) nicht bequem, es ist ein ständiges auf und ab, es ist in Bewegung. Ohne das Auf kann ich das Ab nicht spüren und umgekehrt, es lebt durch diese beiden Pole, durch den Tanz der beiden Pole.

An jedem der beiden Pole gibt es immer die Möglichkeit die Aus-Richtung zu wechseln. Es liegt in Deiner Hand. Was dann das Leben daraus macht, das nicht mehr. Das spielt dann aber auch keine Rolle mehr…

Ich habe mich lange gegen die Rolle des „Lehrers“ gewehrt, weil das Leben der beste Lehrer überhaupt ist! Aber scheinbar ist der Wunsch nach Autoritäten im Moment noch so in dieser Form da. So bin ich jetzt – Dank dieses Artikels – bereit diese Rolle zu spielen. Wobei ich es eher als spirituellen Austausch sehen würde, weil es genau das ist. Ein Austausch an Energien und Impulsen zu Wohle aller.

Wer jetzt immer noch weiter liest, dem Danke ich an dieser Stelle von ganzem Herzen.

 

Übrigens: Mittlerweile lebe ich mit ihr monogam zusammen und ich habe meine Frau und meine beiden Kinder verlassen.

Ich warte auf Eure Steine.

 

In Liebe

Jnanadev

 

P.S.: Ich verteidige hier ausdrücklich nicht das Verhalten der in dem Artikel beschriebenen Männer, aber ich verurteile es auch nicht.

 

Was ist Professionalität?

Nachdem ich in letzter Zeit des Öfteren zu hören bekomme „das sei nicht professionell“ oder „das ist unprofessionell“ habe ich mir das Wort einmal etwas genauer angesehen.

Also was ist Professionalität? Professionalität setzt immer voraus, dass es für irgendetwas einen Profi und einen Laien gibt. Der Profi weiß wie es läuft bzw. wie es zu laufen hat und der Laie leider noch nicht, … Naja, der muss halt noch lernen, kommt er/sie schon noch drauf, wenn er/sie genug (vom Profi) gelernt hat…

Hmm, nahezu alle spirituellen Systeme münden zu irgendeinem Zeitpunkt im Jetzt 😉. Alles was tatsächlich passiert, ist im Jetzt. Sämtliche Vergangenheit und Zukunft sind Konstrukte des Verstandes, die Gedanken binden, neue Gedanken erzeugen und Dich ablenken von dem was aktuell ist.

Hier ein Beispiel:

Sagen wir mal der Jnanadev macht einen Vorschlag und ich finde den Vorschlag richtig Sch…e. Dann ist da zuerst einmal die Wut, Wut darüber, wie man nur einen so besch…enen Vorschlag machen kann. Jetzt hat man verschiedene Möglichkeiten wie man damit umgehen kann:

  1. Feststellung Jnanadev ist einfach ein A…loch, ich wusste es schon immer (Bestätigung eines vorhandenen Bildes einer Person, Bestätigung des Schubladendenkens)
  2. Man kann sich die Frage stellen: „Was veranlasst Jnanadev so einen Vorschlag zu machen?“ (Versuch des Verstehens des anderen)
    1. Was treibt ihn an?
    2. Kann ich sein Herz spüren? Ist sein Vorschlag authentisch?
    3. Hat sein Vorschlag etwas mit mir zu tun?
  3. Sich selbst die Frage stellen: „Was ist das, was mich so wütend macht an diesem Vorschlag?“ (Versuch sich selbst zu verstehen)
    1. Fühle ich mich übergangen?
    2. Fühle ich mich nichts gesehen / angenommen?
    3. Fühle ich meine Kompetenz in Frage gestellt?

Jede Wut gibt Dir Gelegenheit genauer hinzusehen und ganz häufig stellt man dabei fest, dass die Wut aus einem Mangel-Bedürfnis herauskommt. Der andere hat mich in meiner Einzigartigkeit nicht gesehen. Er übergeht mich. Jetzt bin ich wütend auf ihn, schließlich ist er ja dafür verantwortlich.

Ich gebe jemanden anderen die Macht über mich… Er ist schuld, soll er mal sehen, wie er damit klarkommt (der Ar…).

 

Bin ich es wert geliebt zu werden?

Angenommen Dein Herz würde überströmen vor Liebe für diese Welt und ihre Einzigartigkeit, für jeden einzelnen… Würde dann der Gedankenapparat anspringen? Würden die gleichen Gedanken entstehen, wenn ich frisch verliebt diesen Vorschlag zu hören bekomme?

Wohl kaum…

So, aber warum strömt denn mein Herz nicht vor Liebe über (denn das ist eigentlich er Normalzustand)? Weil ich es nicht zulasse, ich lasse nicht zu, dass ich selbst liebenswert bin. Ich denke (Gedanken), dass ich nur dann liebenswert bin, wenn mir das jemand von außen sagt. Wenn jemand zu Dir sagt: „Du bist liebenswert“. So verbringen viele Menschen mit der Suche nach anderen Menschen, die ihnen sagen, dass sie liebenswert sind, damit sie die Bestätigung dafür bekommen, dass es so ist.

Du bist l(i)ebenswert, ansonsten wärst Du nicht hier!!!

Wenn Gott befunden hätte, dass Du nicht richtig, wichtig und l(i)ebenswert bist, würdest Du nicht existieren. So einfach ist das!

Lass diese Suche nach Liebe sein, sonst ver-lebst Du Dein Leben. Dein Leben kommt aus der Liebe und geht dorthin zurück. Und zwischendrin „suchst“ Du danach? Du suchst danach, was Du bist. Lass das, was Du bist sein und Du hast ES gefunden…

 

Profi oder Laie im Jetzt?

In jedem Moment ist jeder ein Laie, weil jeder Moment neu ist. So gibt es weder den Laien, noch den Profi oder beides, wie Du es sehen magst. Das Heranziehen von Profis (Gurus, Schriften, Moral, Gesetzen, …) verlagert die Verantwortung fürs eigene Leben auf jemand/etwas anderes. Das ist natürlich vordergründig bequem, aber es macht das Leben langfristig unbequem…

Letztendlich stehst Du immer wieder vor Dir selbst und der Grad der Selbst-Zufriedenheit, des in sich Ruhens bestimmt Dein Umfeld. Solange Du den Blick nicht mutig nach innen richtest, um herauszufinden wer oder was oder wie Du ist (körperlich und geistig), kannst Du im Außen viel suchen und wirst nicht das finden wonach Du Dich sehnst.

Die bedingungslose Annahme und Liebe des kompletten Kosmos…

 

Ich liebe meine Unprofessionalität, denn die ist das Leben und ich l(i)ebe das Leben.

 

Viele Freude beim L(i)eben

Jnanadev

 

Ein Ver-Rückter im Wald

Ich war gerade im Wald spazieren, es hat frisch geschneit und ein paar zarte Flöckchen finden noch ihren Weg zur Erde. Der Schnee knirscht bei jedem Schritt unter den Füßen Krrk, Krrk, Krrk. Stille, die durch die Präsenz der Bäume noch verstärkt wird und das monotone Krrk, Krrk, Krrk das mich begleitet. Es ist wie in einem Traum den Gott höchstpersönlich sich ausgedacht hat, um mich (oder sich?) zu erfreuen. Krrk, Krrk, Krrk.

Ich schließe die Augen und laufe weiter, ich kann die schmelzenden Schneeflocken in meinem Gesicht spüren und wie der Körper selbstständig Ausgleichbewegungen nach rechts und links macht, um auf dem Weg zu bleiben, ganz subtil, kaum merklich. Krrk, krrk, krrk. Die Zeit scheint still zu stehen, ich öffne die Augen wieder und ich bin weiterhin auf dem Weg, keine Abweichungen, der Weg wurde von selbst gefunden. Krrk, Krrk, Krrk. Ich bin fasziniert. Ich starte einen neuen Versuch, Augen zu und weiter laufen, krrk, krrk, krrk. Ich nehme die leichten Schwankungen war und genieße das getragen werden. Krrk, krrk, krrk. Augen öffnen sich und es läuft. Ich bin motiviert und voller Ehrgeiz: Das geht noch weiter. Augen schließen und weiterlaufen. Krrk, krrk, krrk. Der Boden unter meinen Füßen verändert sich, Augen öffnen sich, ich bin ab vom Weg. Krrk, Krrk, Krrk. Hmm.

Gleich zehn Schritte nach dem Augenöffnen kommt ein kleiner Bach, der überquert wird, ich stelle mir meine Landung im eiskalten Bach vor, wenn ich die Augen elf Schritte später geöffnet hätte und muss lachen. Krrk, Krrk, Krrk.

Scheinbar ist für diese Art der Bewegung Ehrgeiz und Wollen nicht förderlich. Krrk, krrk, krrk. Das Geräusch plätschernden Wassers fesselt meine Aufmerksamkeit. Ich bleibe stehen und schließe die Augen. Die Zeit steht still, das Geräusch erfüllt mich ganz und gar. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Geräusch und mir? Krrk, krrk, krrk Schritte nähern sich von rechts. Ich kann die Augen nicht öffnen und bleibe wie angewurzelt stehen und lausche. Die Stille wird von den Gedanken der herannahenden Person übertönt, ich schenke ihr ein wohlwollendes Lächeln, das sie vermutlich weder hören noch sehen kann. Krrk, krrk, krrk verliert sich und wird durch das Brüllen der Seelöwen (der Wald ist in der Nähe des Tiergartens) ersetzt, die sich auf ihr Essen freuen. So fühlt sich Unendlichkeit an. Das Öffnen der Augen kann ein mildes Dauerlächeln nicht mehr verhindern. Krrk, krrk, krrk, der Körper setzt sich wieder in Bewegung.

Der Verstand möchte das alles festhalten und greift zum Handy, um den Moment in Nullen und Einsen zu bannen. Wie sinnlos dieses Unterfangen ist, einen Moment der Unendlichkeit festhalten zu wollen, ist mir in dem Moment nicht bewusst.

Krrk, krrk, krrk es erscheinen noch einige dieser Bilder, die man gerne festhalten würde und die dennoch weiterziehen, wie das Wasser, das im Flussbett seinen Lauf geht. Das Wunder des Lebens offenbart sich in jedem Moment, wenn man es zulässt und es SEIN lässt.

Was ist Schattenarbeit?

Heute Morgen bin ich mit dem Fahrrad an einem Weg gefahren, der durch Straßenlaternen beleuchtet wurde. Bei jeder Laterne das gleiche Spiel: die Schatten werden länger und länger, ich beobachte sie und zack, weg sind sie. Nächste Laterne, die Schatten werden länger und länger, ich beobachte sie und zack, weg sind sie.

So ähnlich kann man sich das mit dem Bearbeiten der Schatten vorstellen. Doch was sind diese Schatten? Schatten sind die Dinge, die dich triggern, die sofort starke Gefühlsregungen auslösen, im „positiven“ wie im „negativen“ Sinne.

Warum lohnt es sich da einen genaueren Blick drauf zu werfen?

Alles was mit diesen Aufregern verbunden ist, kommt aus dem Unbewussten, es wurde bisher noch nicht ins Bewusstsein gehoben – meist aus gutem Grund, weil du bisher noch nicht bereit dazu warst. Wenn die Zeit dafür da ist, kommen solche – meist verdrängten, verdeckten Geschichten aus der Vergangenheit ans Licht, weil sie angesehen werden wollen. Sie wollen gesehen werden und als Teil von dir angenommen, integriert werden. Wenn das – durch das erneute intensive Erleben der Geschichte – als Teil von dir anerkannt wurde, trägst du einen Schatten weniger mit dir herum. Eine Gelegenheit weniger, an der sich das Monkey-Mind festhalten kann, um eine Geschichte daraus zu machen, die dich dann wieder beschäftigt. Klar ist das nicht unbedingt etwas was angenehm ist, deshalb hast du es ja bisher lieber unter der Decke gehalten…

Gleiches gilt für „positive“ Aufreger, die die Tendenz haben immer gewollt zu werden. Das sind z.B. Drogen, Belohnungseffekte (z.B. durch Computerspiele), Verliebtsein, Bliss-Effekte, …

Ich höre schon die Buh-Rufe aus deinem Monkey-Mind, das ruft „Aber ich will doch …!“. Ist OK, du kannst dich ja noch ein bisschen ablenken lassen und einfach noch ein paar kurzfristige Freuden mitnehmen, bevor du dich der allumfassenden Wonne näherst, nur kein Stress … Wenn du bereit dafür bist, ist es kein Verzicht, der Leid verursacht, sondern kommt aus dem tiefen Bedürfnis heraus diese Wonne zu  erfahren.

Umso weniger solcher Haltegriffe das Monkey-Mind vorfindet, desto weniger Gelegenheiten gibt es, dass es dich beschäftigen kann. So bleibt mehr Raum, dass du deinem Verstand Aufgaben geben kannst, die deiner Entwicklung dienlich sind oder einfach den leeren Raum so zu belassen wie er ist, es zulassen, dass der Verstand gar nichts tut.

Beides dient dem Ent-Decken des Selbst, das hinter all dem verborgen ist.

 

Kennst Du den Glotz?

„Der Glotz“ ist das Abdriften aus der Gegenwart durch Starren auf ein nahes oder auch fernes Objekt, wenn der Geist ganz leer wird, die Gedanken zur Ruhe kommen und Stille einkehrt. Mitten im Alltag, spontan und ohne Anstrengung, die Sinne stellen auf Sparflamme und es gibt keinen Grund irgendetwas an diesem wertvollen Moment zu ändern.

Ich kenne „den Glotz“ schon ziemlich lange, seit meiner Kindheit und hab ihn dann irgendwann vergessen, weil ich den Eindruck hatte „den Glotz“ zu haben sei etwas Schlimmes. Von meinen Eltern habe ich dann häufig den Satz gehört: „Jetzt hat er wieder den Glotz.“ Und glaubte einen genervten Unterton gehört zu haben. Ich habe „den Glotz“ nie als Problem empfunden, im Gegenteil er war mir eher wie ein guter Freund, der einen spontan besucht, wieder geht und wiederkommt und wieder geht und es ist jedes Mal eine Freude.

Naja, wenn man den Eindruck hat, dass es nicht gerne gesehen ist, lässt man es halt, oder versteckt es, so habe ich es dann auch gemacht, ich wollte ja gefallen, geliebt werden. Man tut in seinem Leben viele Dinge, um geliebt zu werden. Es ist eine irrige Vorstellung zu glauben, dass das Gefühl des Getrenntseins vergeht, wenn man Bestätigung von außen bekommt. Die Bestätigung von außen ist immer nur von kurzer Dauer, egal woher sie stammt. Alles von außen kommt und geht, ist dem ewigen Wandel unterworfen. Entstehen und vergehen, blühen und verwelken, einatmen und ausatmen…

Das was beständig ist, ist im Inneren bereits vorhanden, schon immer da und wird auch immer da sein. Nur eben verdeckt, vergessen, vom aufgebauten Ego entwickelten Selbst-Bild vergraben. So läuft man dann durchs Leben und hat immer das Gefühl das irgendetwas fehlt.

Dieses Fehlen ist die innere Gewissheit, dass es nicht sein kann, dass es zwischen Dir und Deinem Gegenüber, allen Wesen, der Natur, der Erde eine tatsächliche Trennung gibt. Dann ver-suchst Du diese Lücke mit Dingen im Außen zu stopfen: mein Haus, mein Auto, meine Kinder, meine Frau, …

Alles meins … meint man. Ich bemühe hier mal Osho:

Mit leerer Hand kommst du, mit leerer Hand gehst du. Und zwischen Nichts und Nichts bist du verrückt genug zu glauben, etwas zu besitzen.

Alles über die Sinne Erfahrbare ist vergänglich und nicht von Dauer und „der Glotz“ hilft Euch dabei dies zu erkennen, deshalb mein Appell: lasst „den Glotz“ sein, egal ob bei Euch oder bei Euren Kindern, Bekannten, Verwandten, Freunden. Er ist etwas sehr Wertvolles!

 

P.S.:

Ich glaube, dass „der Glotz“ Pate für das Omnom gestanden hat, so kann man sich ihn gut vorstellen, dann wirkt er auch schon gar nicht mehr schlimm 😉 und außerdem enthält der Name gleich zweimal den Ur-Laut OM!

Ego Bilder für Facebook

Die Entstehung des (Selbst-) Bildes.

Obiges Bild ist während einer Wanderung letzten Herbst mit meiner Frau entstanden. Der kleine Felsen im Gegenlicht war der ideale Ort für ein „schickes“ Yoga-Poser-Bild für Facebook oder Yoga-Blog – sprich ich konnte nicht anders. Also Pose einnehmen – Rückfrage „und hast Du mich drauf?“, „Alles wunderbar“ und den Augenblick zum Genießen für die Ewigkeit festgehalten, zerstückelt in Nullen und Einsen und auf einen Datenträger gebannt (eigentlich auch ein lustiges Wort, man fragt sich, wo denn die Daten hingetragen werden, oder ob es wohl eher von träge kommt? Vermutlich eher nicht, da ja gerade die Trägheit (Tamas) überwunden wurde und durch die Aktion (Rajas) ersetzt wurde, naja zurück zum Thema).

Es war ja bereits abends, die Sonne wärmte nicht mehr und der Felsen war bereits etwas feucht und so rutschte ich mit den Händen etwas ab und kippte nach vorne :-).

Glücklicherweise verhinderte meine Nase schlimmeres und stellte sich als „Bremsklotz“ zur Verfügung und so hatte ich für die nächsten drei Wochen ein schönes Andenken an mein „Schaut her, ich bin ein prima Yogi“-Bild und ich hatte etwas zum Reflektieren.

Zurück im Yoga-Zentrum wurde ich von meiner Kollegin gefragt, was ich denn mit meiner Nase angestellt hätte. Daraufhin erzählte ich ihr die Geschichte – über mein Ego schmunzelnd – und zeigte ihr das entsprechende Foto. Sie sagte, „Wow, cool, das müssen wir unbedingt auf den Blog stellen, damit sich der Einsatz wenigstens gelohnt hat.“ Ich war mir da nicht so sicher … und vergaß das Bild wieder.

Es fiel mir wieder ein, als ich dieses Video ansah … Jetzt ist die Zeit reif das Bild zu zeigen.

Was habe ich denn nun daraus gelernt? Mein Bild eines Yogis war sehr geprägt, von vielen Seiten … Medien, Ashram, Kula, Mit-Yogis, Swamis, … Ich hatte viele Eindrücke gewonnen und aus denen hat sich – wie ein Puzzle – das Bild ergeben, das in meinen Augen für einen Yogi stand. Yogis sind:

  • Körperlich fit und flexibel
  • Ausgeglichen und zufrieden
  • Diszipliniert und tätowiert (seit ich mich bei fb als Yogi geoutet hatte, bekam ich vermehrt Tattoo-Werbung. Tipp: Mal gezielt die fb Werbung bzw. die vorgeschlagenen Gruppen, die man bei fb angeboten bekommt, das sagt einiges aus … auch fb funktioniert als Spiegel des Selbst ;-))
  • Mindestens vegetarisch und auf jeden Fall frei von jeglichen Suchtmitteln
  • Frei von Wünschen und Begierden
  • … und grundsätzlich eigentlich recht Spaß-befreit (Oops, das habe ich jetzt nicht wirklich geschrieben, oder?)

Wenn dann am Ende sogar noch das Thema Moksha (Befreiung) oder Samadhi (Versenkung, Eins-Sein) im Raum stand, wurde das Bild schon ganz schön eng:

  • Da kommt man nur hin, wenn man jahrelang bei einem Meister lebt
  • Frei von sämtlichen Besitztümern und Familie
  • Schnell geht das sowieso nicht, das ist eine Lebensaufgabe

Sprich für einen Familienvater, der in einem Reihenhaus lebt und nebenberuflich Yoga unterrichtet ein unerreichbarer Traum, der halt dann in einem der nächsten Leben zum Tragen kommt, denn: Reihenhaus-Yogi geht halt gar nicht …

Freiheit ist allerdings etwas anderes, Freiheit ist, sich von den Glaubenssätzen, die man gelernt hat zu lösen. Als Kind ist man frei von Glaubenssätzen und nah an Gott, nah am Moment, für Kinder gibt es nichts anderes, es gibt nur den Moment. Mit der Zeit übernehmen sie die Verhaltensmuster und Glaubenssätze Ihrer Eltern und anderer Bezugspersonen und werden zunehmend unzufriedener, weil sie sich weiter von ihrem inneren Selbst entfernen und dementsprechend das Leben ihnen Steine legt, sozusagen als Wegweiser zurück zur Einheit / Freiheit. Wenn man dann lange genug diese Wegweiser ignoriert, weil man den – durch den Verstand erzeugten – Gegensatzpaaren Glauben schenkt, entsteht Leid. Der Verstand ist brillant darin Trennung vorzugaukeln wo Einheit IST. Das Spiel funktioniert so lange, wie DU dem Verstand das nötige Futter dafür gibst, ihm Aufmerksamkeit schenkst. Entziehst DU ihm die Nahrungsgrundlage und beginnst dem Fluss des Lebens zu lauschen, so dass DU hören kannst was das Leben von Dir will und aufhörst mit dem Ego-ICH zu wollen bzw. nicht zu wollen (Raga – Dvesha), kann ES SEIN …

 

In tiefer Verbundenheit mit ALLEM was IST

Jnanadev